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Aschermittwochsgottesdienst „Weiter so!?!“
Mit einem stufeneigenen Wortgottesdienst setzten die 5. und 6. Klassen in der 2. Stunde, die 7. und 8. Klasse in der dritten und die Schülerinnen der Jahrgänge 9-13 in der vierten Stunde am Aschermittwoch ein deutliches Zeichen.
In der Einstimmung, die Frau Rohrbeck und Frau Sebel mit den Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8-13 erarbeitet hatte, hieß es:
"Alle Schülerinnen, die Karneval gefeiert haben, hatten bestimmt eine sehr feierintensive, tolle Zeit mit richtig viel Spaß. Aber auch wenn ihr nicht zu den Menschen gehört, die Karneval mögen, waren die letzten Tage doch eine Unterbrechung des Alltags. Keine Schule, einfach mal ausspannen, vielleicht sogar ein paar Tage Urlaub.
Und jetzt? Einfach weiter so, wie vorher? Für uns Christen beginnt mit dem heutigen Tag, dem Aschermittwoch, eine ganz besondere Zeit: die Fastenzeit. Was das Besondere dieser Zeit sein kann, davon wollen wir gleich noch mehr hören."
Pater Peter Kühlke bzw. Pater José Louis Carrera Lira, die die liturgischen Feiern leiteten, formulieten als Tagesgebet:
"Guter Gott, wir haben uns heute Morgen hier versammelt, um den Beginn einer besonderen Zeit zu feiern. Es ist eine Zeit, die uns die Chance gibt, einen Blick auf unser Leben zu werfen, zu entscheiden, was uns guttut oder eher schadet und eventuell neue Wege auszuprobieren. Sei du bei uns und begleite uns, wenn wir uns hier auf den Weg machen. Amen."
Zur Veranschaulichung der äußeren Zeichen, die am Aschermittwoch helfen, die Wege der inneren Erneuerung zu bahnen, führten einige Schülerinnen Gegenstände vor und zeigten eine Videoaufnahme wie die "Asche" entsteht, die nach dem Evangelium ausgeteilt wurde.
"Ich habe hier kleine Ästchen mitgebracht. Die Blätter daran sehen eindeutig vertrocknet aus. Es sind die „Palmzweige“ des letzten Jahres. An Palmsonntag wurden sie geweiht. Sie symbolisierten die Freude und Begeisterung der Menschen über Jesus – damals wie heute. In manchen Haushalten ist es noch üblich, die Zweige hinter ein Kreuz zu stecken. Dort haben sie das zurückliegende Jahr verbracht.
Solche Zweige haben wir angezündet und verbrennen lassen, wie ihr gleich im Film sehen könnt. Beobachtet das Ganze ruhig und aufmerksam, lasst es einfach auf euch wirken.
Mich fasziniert die Wucht und Kraft dieses Feuers immer wieder aufs Neue. Binnen kürzester Zeit kann man richtig große Flammen beobachten, die die Ästchen verbrennen. Zurück bleiben nur einige Gerippe und ganz viel Asche.
Asche – Aschermittwoch, der Zusammenhang ist eindeutig. Und der Aschermittwoch steht für den Beginn der Fastenzeit. Doch was kann uns die Asche über das Fasten sagen?
Asche- sie sieht dunkel, schwarz, schmutzig aus. Kaum vorzustellen, dass sie einmal zur Reinigung benutzt wurde – ähnlich wie Scheuermilch.
Vielleicht kann uns die Asche ein Hinweis sein auf das eigene Leben zu schauen. Vielleicht gibt es da etwas bei uns, was nicht so „sauber“ ist, wo es sich lohnen würde, vielleicht einen anderen Weg einzuschlagen: z.B. wo ich etwas vortäusche oder lüge, wo ich jemanden ärgere oder beim Ärgern mitmache, wo ich neidisch bin.
Asche wurde auch gerne als Dünger benutzt. Auf dem Land war es früher üblich den Aschenkasten auf den Beeten auszuleeren. Man wusste um die Kraft für das Wachstum der Pflanzen, die in der Asche lag.
Vielleicht ist da etwas in uns, was wir gerne zum Wachsen bringen würden. Die Asche kann ein Zeichen sein, dass wir dabei nicht allein sind, dass es jemanden gibt, der uns helfen will, damit uns dies gelingt: Talente, die in mir stecken, aber von anderen belächelt werden; Freude an Tätigkeiten, die andere uncool finden; mit Menschen Zeit verbringen, die ich mag, auch wenn andere das nicht verstehen können.
Da ist noch etwas, was wir eben beobachten konnten. Die Wucht und Kraft des Feuers, durch die die Asche entstanden ist. Vielleicht kann die Asche auch ein Zeichen sein, dass wir darauf hoffen, dass uns die Kraft geschenkt wird, etwas zu verändern in unserem Leben, neue Wege einzuschlagen. Manchmal ist dies ja gar nicht so einfach.
Asche – Aschermittwoch – Beginn der Fastenzeit – des Fastens…"
Nach der Lesung des Evangeliums (Matthäus 6, 1-6.16-18) und einer kurzen Ansprache wurde die Asche gesegnet und ausgeteilt.
Die Fürbitten trugen Schülerinnen vor:
"Guter Gott, die Fastenzeit will uns auf Ostern vorbereiten. will uns die Chance geben, Dinge in unserem Leben zu verändern. Oft ist dies schwierig, wir brauchen Kraft und Beistand. Deshalb treten wir mit unseren Bitten vor dich.
- Hilf uns darauf zu vertrauen, dass du unsere Wege mitgehst und uns die Kraft und den Mut schenkst, das Richtige zu tun. Guter Gott, (wir bitten dich, erhöre uns.)
- Lass uns die Fastenzeit nutzen, um auf unser Leben zu Hilf uns zu erkennen, wo wir Wege gehen, die uns und auch anderen nicht guttun. Steh uns bei, wenn wir hier Neues probieren. Guter Gott, …
- Es steckt so viel in uns, mit dem wir die Welt ein kleines bisschen heller machen können. Hilf uns dies zu erkennen und auch in die Tat Guter Gott, …
- Ganz viel ist uns in unserem Leben hier Lass uns dabei nicht vergessen, dass viele Menschen noch nicht einmal das Nötigste zum Leben haben. Zeige uns Wege auf, wie wir dazu beitragen können, die Not auf dieser Welt zu lindern. Guter Gott, …
Denn du bist der Gott, der uns das Leben in Fülle schenken will. Du bist der Gott, der Freude über den Sieg des Lebens über den Tod. Wir vertrauen auf dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen."
Der Wortgottesdienst schloss mit dem Gebet des Vaterunser und dem Segen:
"Wir wollen Gott nun um seinen Segen bitten. Dieser Segen soll uns Kraft geben, Dinge zu verändern und Neues wachsen zu lassen. Heute am Aschermittwoch ist uns hier ein besonderes Zeichen geschenkt worden: das Aschenkreuz.
Gott begleite euch auf eurem Weg durch die Fastenzeit und schenke euch seinen Geist! So segne uns der gute und liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen."
In der Predigt verwiesen Pater José Luis und Pater Kühlke auf die Botschaft von Papst Leo XIV. zur Fastenzeit
(https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/messages/lent/documents/20260205-messaggio-quaresima.html)
Diese enthält eine gute Anregung für einen Fastenvorsatz:
"Ich möchte euch daher zu einer sehr konkreten und oft wenig geschätzten Form des Verzichts einladen, nämlich zum Verzicht auf Worte, die unsere Mitmenschen verletzen und kränken. Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende, die sich nicht verteidigen können, und Verleumdungen verzichten. Bemühen wir uns stattdessen, unsere Worte besser abzuwägen und Freundlichkeit zu pflegen: in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten, in den Medien, in den christlichen Gemeinschaften. Dann werden viele Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen."
Für den Aschermittwochsgottesdienst der Jahrgangsstufen 5 und 6 hatte Frau Wagener mit der 6a und 6b folgende Hinführung erarbeitet:
- Gestern war noch Fastnacht, mit bunten Kostümen, Musik und Umzügen! Viele von uns hatten Auftritte mit der Garde.
- Schade, dass alles vorbei ist. Ich hatte mich so lange darauf gefreut! Die tolle Stimmung, mein Kostüm, das Tanzen!
- Auf vieles freuen wir uns oft sehr lange, und dann ist alles ganz schnell vorbei.
- Alles im Leben ist vergänglich, aber immer folgt etwas Neues!
- Stimmt! Das kenne ich aus dem Garten oder aus dem Wald: Die Bäume werfen im Herbst ihre schönen bunten Blätter ab …
- …und im Frühling werden sie wieder grün und blühen wunderschön!
- Der Winter ist also nicht das Ende der Natur,
- sondern nur eine Ruhepause vor dem Neubeginn im Frühling.
- Und was hat der Aschermittwoch damit zu tun? Auch eine Pause vor dem Neubeginn?
- Ja: Nach Fastnacht beginnt die ruhige Zeit vor Ostern, dem höchsten Fest der Christen. Wir Christen überlegen, was uns wirklich wichtig ist und lassen weg, was uns ablenkt.
- Heute erhalten wir das Kreuz aus Asche und zeigen damit unseren Glauben: Für Jesus kam nach dem Kreuz das ewige Leben.
- Und wir glauben, dass auch für uns nach dem Tod das ewige Leben bei Gott kommt.
- Wir bereiten uns ab heute auf Ostern vor.
- Und die Asche stammt übrigens von den alten Palmsonntag-Zweigen. Sie wurden im letzten Osterfeuer verbrannt und werden heute zum Aschenkreuz.
Die Fürbitten leiteten die Schülerinnen mit einem Dank an Gott ein: für unsere Familien, für unser Leben, für unsere Freundschaften und für unsere Schule: Herr unser Gott, wir danken dir.
- Lieber Gott, lass uns umkehren und aktiv mitarbeiten an mehr Gerechtigkeit, mehr Frieden und mehr Herzlichkeit in unserer Welt.
- Lieber Gott, lass uns umkehren und anderen Menschen ihre Fehler verzeihen. Lass alle Menschen umkehren und unsere Fehler verzeihen.
- Lss uns aus unseren Fehlern lernen und ganz neu anfangen.
- Lass uns umkehren, wenn wir traurig oder wütend sind, und lass uns Trost und Hilfe annehmen.
- Lieber Gott, unsere neuen Fünfer erleben einen Neuanfang an dieser Schule. Lass diesen Anfang mit unserer Hilfe für alle gut gelingen.
- Lass uns nach dem vielen fröhlichen Feiern wieder zu uns selbst finden.
- Lass uns in jedem traurigen Ende auch einen Neuanfang sehen und dankbar sein.
- Lass uns in der Ruhe des Alltags erkennen, was uns wirklich guttut. -
- Lieber Gott, lass uns spüren, wo wir gebraucht werden.
- Lass uns jeden Tag ein freundliches Wort hören. Lass uns jeden Tag ein freundliches Wort sagen.
