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Politiker fragen - Schülerinnen antworten · 30.08.2010

Unter diesem Motto besuchte der christdemokratische Teil der Enquete-Kommission “Verantwortung in der medialen Welt” die Schönstätter Marienschule. Am Rande der Veranstaltung Krise und Chance (Podiumsdiskussion am Tag Schule trifft U.F.A., 7. Mai 2010) hatte Josef Dötsch, MdL im Wahlkreis Bendorf/Weißenthurm Herrn Meffert angeboten, die Schule mit den Kolleginnen und Kollegen zu besuchen, um zu erfahren, wie die Schülerinnen die Probleme sehen, die die Parlamentarier in dieser Kommission zu behandeln haben.

Mitgebracht hatte er Marlies Kohnle-Gros, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende der Enquete-Kommission sowie die Parlamentarierinnen Dorothea Schäfer, Dr. Gisela Born-Siebecke, Ulla Schmidt und Herrn Au, der als Referent für die Thematik zuständig ist.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Sr. Anneclaire als Schulleiterin die Gäste. Sie freue sich über die wohl einzigartig große Zahl von Parlamentariern, die die Schule besuchten und wünschte der Veranstaltung, die von Herrn Meffert moderiert wurde und von ihm inhaltlich vorbereitet worden war, einen guten Verlauf.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Gäste gab Herr Meffert das Feld frei und es dauerte nur kurz, bis die ersten Anliegen der Schülerinnen der Sozialkundeleistungskurse 11-13 aufgenommen werden konnten. Dabei überzeugten sowohl die Schülerinnen durch ihre gehaltvollen und offenen Fragen und Anmerkungen aber auch Parlamentarier straften alle einschlägigen Vorurteilen Lügen. Man blieb in den Erwiderungen präzise und gänzlich unideologisch. Beide Seiten machten ernsthaft ihr Bemühen deutlich, die eingestandenen Problemfelder nicht durch kurzfristige Scheinlösungen überdecken zu wollen. Marlies Kohnle-Gros plädierte für eine verstärkte Bewusstseinsbildung seitens der pädagogisch Verantwortlichen in Elternhaus und Schule und plädierte für Lösungen, die die Freiheit als Wertvorstellung unserer Gesellschaft nicht unterminierten. Die Medienkompetenz sei neben Lesen, Schreiben und Rechnen die entscheidende vierte Kulturtechnik unserer Zeit.

Dorothea Schäfer ging auf Anregung der Schülerinnen auf die Frage nach der freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) ein. Es sei zu fragen, wer die Verantwortung in diesem Problemfeld übernehme, ob dies die Konsumenten oder die Produzenten zu leisten hätten.
Ulla Schmidt äußerte sich angesichts der im Netz frei verfügbaren Materialien, die sie im Rahmen ihrer Kommissionstätigkeit hatte sichten müssen, schockiert. Man müsse durchaus überlegen, in welchem Maße die Freiheit der Produzenten eingeschränkt werden könne, um Exzesse zu vermeiden.
Seitens der Schule äußerte Herr Wagner den Wunsch nach einer pragmatischen und konkreten Lösung für die offensichtliche Verantwortungslosigkeit in diesen Fragen. Wenn man für ein Kfz Führerschein und Haftpflichtversicherung brauche, sei ein stärkere Kontrolle der Fähigkeiten der Anwender sicher keine überzogene Forderung. Auch wenn Josef Dötsch die Finanzierbarkeit der Forderung bezweifelte so widersprach er dem Vorschlag in seiner Stoßrichtung nicht: Die mediale Kompetenz, darüber herrschte zwischen Schülerinnen, LehrerInnen und PolitikerInnen weitestgehend Konsens, müsse frühzeitig gestärkt werden – und zwar vor allen bei den Eltern. Denn nur wenn diese medienpädagogisch und technisch kompetent seien, sei eine zielführende Kontrolle und Erziehung der nächsten Generation möglich.

Neben der Frage, inwieweit das Internet frei bleiben oder reglementiert werden solle, trieb die Gesprächsteilnehmer die Frage nach der Datensicherheit um. Einige Schülerinnen berichteten offen von Anrufen, bei denen Daten zugrundegelegt worden seien, die sie niemals zur Verfügung gestellt hätten. Wenn Googles Streetview ein Problem darstelle, so der Moderator Herr Meffert, so müsse man sich fragen lassen, warum die beinahe grenzenlose Ausbreitung privater Informationen durch Jugendliche in sozialen Netzwerken wie Facebook oder SchülerVZ keine vergleichbare mediale Aufregung auslöse.

Doch die Schülerinnen beließen es nicht bei der Benennung konkreter Misstände im WWW. Zu den konkreten Vorschlägen gehörten u.a. die Schulung älterer Jugendlicher als Internet-Guides für die jüngeren Mitschüler und die Besteuerung von gewaltverherrlichenden Spielen. Nach annähernd anderthalb Stunden musste Herr Meffert im Blick auf den Terminkalender der Besucher die Veranstaltung mit Dank beenden. Erfreulich, dass selbst nach dieser Zeitspanne noch nicht alle Wortmeldungen der Schülerinnen abgearbeitet werden konnten. Herr Meffert versprach den Schülerinnen, sie weiter über die Ergebnisse zu informieren und nahm dankend das Angebot an, die Kommission bei einem Besuch vor Ort bei der Arbeit zu erleben.

(Fotos: Journalismus-AG)

Bitte beachten Sie auch den kurzen Beitrag im Programm des regionalen Fernsehsenders WW-TV vom 1. September 2010.

 



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