staatlich anerkannte Privatschule
Mädchenrealschule, Mädchengymnasium, Ganztagsschule Home Lageplan Kontakt Impressum/Datenschutz
Schule  Gemeinschaft  Gymnasium  Realschule  Orientierungsstufe  MSS  GTS  AGs  Nachrichten  Termine  Service 
  
 

Eine sagenhafte Exkursion ins Wambachtal · 11.07.2021


Nur für das Foto kurz ohne Maske

Im Deutschunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen der 6c mit dem Thema „Sagen“. Gerade das Rheinland hat eine ganze Reihe dieser unterhaltsamen, romantischen, tragischen, wundersamen und interessanten Erzählungen zu bieten. Auf dem Rheinischen Sagenweg nahmen die Schülerinnen u.a. den Bingener Mäuseturm in Augenschein, informierten sich über den Koblenzer Augenroller und lernten die „Loreley“ auswendig.
Viele Orte zwischen Düsseldorf und Mainz wären eine Exkursion wert gewesen. Doch wenigstens eine Lokalsage sollte am Ort des Geschehens gelesen werden. Und dazu brachen die 29 Sagenexpertinnen der 6c zusammen mit ihrer Deutschlehrerin Sr. M. Theodore am 08.07.2021 ins Wambachtal auf.

Nicht weit von der Wambachhütte entfernt, fanden sie den „Bischofsborn bei Vallendar“, um den sich folgende Sage rankt:

Unweit von Koblenz liegt rheinabwärts auf der rechten Flussseite das alte Städtchen Vallendar, umrankt von den grünen Bergen des Westerwaldes. Zahlreiche Bächlein fließen von den Höhen hernieder ins Tal, an dem Städtchen vorüber oder hindurch in den Rhein. Eines davon ist der Wambach, dessen Quelle im Volksmund „Bischofsborn“ oder „Bischofsbrünnchen“ heißt.
Wie kommt die Quelle wohl zu diesem seltsamen Namen? Hört, was die Sage darüber erzählt.

Vor vielen hundert Jahren lebte in Vallendar ein Bischof, der kein größeres Vergnügen kannte als Reiten und Jagen. Immer wieder lockten ihn die wildreichen Wälder der Umgebung zu neuen Jagdausflügen. Oft vergaß er darüber sogar sein bischöfliches Amt.
Eines Tages nun, als er ermüdet von der Jagd, von den Simmerner Höhen herabritt und sich nach Ruhe und einem guten Mahle sehnte, scheute plötzlich sein Pferd. Es bäumte sich hoch auf und war nicht mehr von der Stelle zu bringen. Der Bischof versuchte zuerst, das Tier durch gutes Zureden zu beruhigen. Dann gab er ihm harte Worte und riss an den Zügeln – doch vergebens. Weder Güte noch Strenge vermochten das sich bäumende Ross zum Weitertraben zu bewegen. Da sprang wilde Zorn im Herzen des Bischofs auf. Er stieß einen hässlichen Fluch aus und rammte seinem Pferd die Sporen tief in die Weichen.
Doch kaum war der Fluch dem Munde des hohen Herrn entfahren, da zuckte ein greller Blitzstrahl vom Himmel hernieder. Mit gewaltigem Tosen barst die Erde zu den Füßen des Bischofs. Ross und Reiter versanken in dem gähnenden Spalt, der sich sogleich wieder schloss und den Zornmütigen samt seinem Pferd für immer begrub.
Alsbald aber sprudelte an derselben Stelle ein klarer Quell hervor, dem das Volk zur Erinnerung an das unheimliche Geschehen den Namen „Bischofsborn“ oder „Bischofsbrünnchen“ gab.

Die Schülerinnen stellten Überlegungen zur explikatorischen Funktion der Sage an.

Sie diskutierten über den pädagogischen Wert sowie die Unterhaltungsfunktion der Sage.

Nach diesem guten Gemeinschaftserlebnis machten sie sich auf den Rückweg. Auf den letzten hundert Metern vor der Marienschule begann es zu regnen, zu gewittern und zu hageln. Unter Dach und Fach bestaunte die Klasse das Schauspiel des Starkregens vom Fenster aus – und dachte an den “grellen Blitzschlag vom Himmel” und das “gewaltige Tosen” beim dramatischen Höhepunkt der Sagenhandlung zurück.

 



Schuljahr:

Juli 2021

Juni 2021

Mai 2021

April 2021

März 2021

Februar 2021

Januar 2021

Dezember 2020

November 2020

Oktober 2020

September 2020

August 2020