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Ein ergänzendes Kapitel zu "Die Verwandlung" (Franz Kafka) · 24.02.2021

Eines Morgens wacht der Handlungsreisende Gregor Samsa auf und hat sich in einen Riesenkäfer verwandelt. Er ist besorgt, dass er seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachkommen und deshalb sich und seine Familie nicht mehr ernähren kann. Gregor versteht zwar was die anderen sagen, kann selbst jedoch nur unartikulierte Laute von sich geben. Anfangs lässt man ihm noch einige Anteilnahme zukommen, und die Schwester kümmert sich um seine Bedürfnisse, doch mit der Zeit verwahrlost Gregor zunehmend und stirbt schließlich.

IV.
Ende Januar 2020 – Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich schweißgebadet in seinem Bett. „Was ist mit mir geschehen?“, dachte er. Es war ein Traum. Gregors Blick richtete sich zum Fenster und das trübe Wetter löste in ihm eine ganz melancholische Stimmung aus. Er blickte nach draußen und Regentropfen rannen die Fensterscheiben hinunter.
Erneut kam ihm sein Albtraum in den Sinn. Er konnte seine Gedanken nicht davon ab-wenden. Ihm fielen immer mehr Bruchstücke seines Traumes ein. Es hatte sich so real angefühlt. So, als ob es wirklich passiert wäre.
Er hatte sich zu Beginn in einen Käfer verwandelt. Diesem Käferdasein konnte er nicht entfliehen. Gregor konnte sein normales Leben nicht weiterführen. Er war hilflos und auf seine Familie angewiesen, obwohl sie doch eigentlich immer von ihm abhängig gewesen waren. Die anfängliche Hilfe seiner Eltern und seiner Schwester Grete ließ schon nach wenigen Tagen nach. Sie fütterten ihn nicht mehr und gaben ihm das Gefühl, unerwünscht zu sein. Sogar sein kleines Menschenzimmer räumten sie aus und benutzten es als Abstellkammer für alles, was nicht mehr zu gebrauchen war. „Aber das furchtbare Ende meines Albtraumes nahte erst noch“, dachte Gregor. Als er am Familienleben teilnehmen wollte und es aus diesem Grund wagte, über die Türschwelle bis hin zum Vorplatz der Wohnung zu kriechen, warf Herr Samsa seinen Sohn mit Äpfeln ab. Dies verletzte ihn sehr – physisch als auch psychisch. Die Familie vernachlässigte ihn zunehmend und er wurde immer schwächer. Er konnte nur daliegen und versteckte sich andauernd, da ihn die Angst plagte, dass er aufgrund seines scheußlichen und ein wenig angsteinflößenden Aussehens endgültig von ihnen verstoßen werden könnte. „Es schaute niemand nach mir; ich war kein Teil ihres Lebens mehr!“, schoss es Gregor durch den Kopf. Niemand, wirklich niemand bemühte sich um ihn und sein Wohlbefinden. Diese lange Leidensphase Gregors wurde dann schließlich mit den Worten der Bedienerin: „Sehen Sie nur mal an, es ist krepiert; da liegt es, ganz und gar krepiert“ für beendet erklärt.
Doch durch seinen einschneidenden Albtraum hatte Gregor ganz die Zeit vergessen. Er schreckte auf und bemerkte, dass es zum Glück noch früh genug war und sein Wecker erst in zehn Minuten klingeln würde. Nichtsdestotrotz stand er direkt auf und begab sich zum Frühstückstisch. Der Rest der Familie Samsa schlief noch tief und fest, da Gregor der einzig Berufstätige war. Er ging früher als gewöhnlich aus dem Haus. Auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle kreisten seine Gedanken noch immer um seinen Albtraum von letzter Nacht. Ihn ließ die Überlegung, dass dieser sein Leben, wie es wirklich war, gezeigt haben könnte, einfach nicht los. Gregor befürchtete: „Vielleicht soll mir dieser Traum meine Augen öffnen…weil wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich schon ausgenutzt. Ausgenutzt von meiner eigenen Familie! Ich bin der Einzige, der sich um die finanzielle Versorgung und das Abbezahlen der Schulden meiner Eltern kümmert. Nur ich…ich allein muss diese große Summe begleichen und dafür jeden Tag hart arbeiten, wohingegen mein Vater um die jetzige Uhrzeit noch schlummert! Ich werde für etwas in die Pflicht gezogen, wofür ich rein gar nichts kann! Das ist ungerecht.“.
Wenige Minuten später erreichte Gregor seinen Arbeitsplatz.
Er konnte diese Gedanken den ganzen Tag über nicht loswerden. Nach der Arbeit fasste er einen Entschluss: „Ich werde aus der Wohnung ausziehen und den Kontakt zu meinen Eltern und meiner Schwester abbrechen! Sie haben mich lange genug benutzt, um selbst ein angenehmes Leben zu führen. Meine Zeit ist jetzt und ich will mein Leben endlich in den Griff bekommen! Ich will mich nicht mehr einengen lassen!“.
Auf dem Nachhauseweg kaufte er am Kiosk eine Zeitung, um die Wohnungsannoncen durchzusehen. Zuhause angekommen setzte er sich sofort an seinen Lieblingsplatz am Fenster und blätterte die Tageszeitung durch. Schnell wurde er fündig. Er wählte geschwind eine Nummer und rief sie an. Er hatte Glück, denn der erste Vermieter sagte ihm eine Wohnungsbesichtigung für den darauffolgenden Tag zu. Gregor begab sich nun in die Küche, um das Abendessen zusammen mit seiner Familie einzunehmen. Er wollte nicht, dass irgendjemand Verdacht schöpfen könne, weshalb er sich nichts anmerken ließ.
Am nächsten Morgen in aller Früh brach Gregor zur Arbeit auf. Er begann schon eine Stunde eher, damit er am Nachmittag planmäßig zur Wohnungsbesichtigung erscheinen konnte.
Nach getaner Arbeit machte er sich auf den Weg zu seinem womöglich zukünftigen Wohnsitz. Er malte sich bereits aus, wie es sein würde, ganz alleine zu leben und von niemandem gestört werden zu können.
Vor der Haustür des Mehrfamilienhauses wartete bereits Herr Pimock, der Vermieter. Sie begrüßten sich freundlich und begaben sich in das zweite Obergeschoss, um die Woh-nung anzusehen. Als die beiden eintraten, war Gregor sofort begeistert und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Herr Pimock führte ihn umher und nannte ihm alles, was er wissen wollte. Gregor dachte „Unglaublich, welch wunderschöne Wohnung! Hier stimmt wirklich alles!“. Der Vermieter fragte nach Gregors Eindruck von der Wohnung und dieser teilte ihm seine Begeisterung mit. Herr Pimock sah dem nichts im Wege stehen, dass Gregor bereits in der darauffolgenden Woche einziehen könne. Dies kam Herrn Samsa sehr gelegen, da er schnellstmöglich weg von seiner Familie wollte, denn er hielt es bei ihr einfach nicht mehr aus.
Nach dieser freudigen Nachricht ging Gregor beflügelt und mit gutem Gefühl nach Hause. Er freute sich schon darauf, seiner Familie die guten Neuigkeiten mitzuteilen und somit einen großen Schritt in die Unabhängig- bzw. Selbstständigkeit zu wagen.
Seine Eltern, vor allem sein Vater, reagierten mit Entsetzen auf den anstehenden Auszug ihres einzigen Sohnes. Jedoch ließ sich Gregor davon nicht entmutigen und versuchte deren Klagen gekonnt zu überhören. Sie hatten keine Chance, Gregor von seinem Vorhaben abzubringen und ihn zu überzeugen, weiterhin bei ihnen wohnen zu bleiben.
Eine Woche später war es dann auch schon so weit. Der Umzugswagen, den Gregor or-ganisiert hatte, parkte in der kleinen Einfahrt des Mietshauses, in welchem die Familie Samsa wohnte. Es war bereits alles, was Gregors Zimmer hergab, gepackt. Sein Bett, sein Schreibtisch, sein Schrank und sein Lieblingsbild von der etwas leicht bekleideten Dame durften mit in seine neue Wohnung einziehen. Er verabschiedete sich von seinen Eltern und seiner Schwester und stieg zu den zwei Möbelpackern in den Fahrerraum des Transporters ein. Seine Mutter wirkte etwas besorgt, was womöglich durch ihre Geldsor-gen ausgelöst wurde. Die Schwester machte ebenfalls einen verunsicherten Anschein; den Vater hingegen bekümmerte es kaum.
In der neuen Wohnung angekommen, wartete Herr Pimock schon auf Gregor Samsa, um ihm die Schlüssel zu überreichen. Als dies geschehen war, halfen ihm die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens, sein Inventar in seine kompakte 2-Zimmer-Wohnung zu tragen.
Nun war der erste Teil der Arbeit getan und Gregor nutzte den Rest seines freien Tages, um die Umgebung seiner neuen Bleibe zu erkunden. Ganz in der Nähe gab es einen kleinen Park, der an einem wunderschönen See gelegen war. Es war in den letzten Tagen schon etwas wärmer geworden, was ihm für Mitte Februar eher untypisch erschien. Sogar ein paar Sonnenstrahlen schienen durch die Wolkenflecken hindurch. Sie spiegelten sich im klaren Wasser des Sees und sorgten für eine harmonische Stimmung. Gregor fühlte in diesem Augenblick pures Glück und dachte „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen! Endlich bin ich frei!“.
Einen Monat später hatte sich Gregor bereits gut in seiner neuen Wohnung eingelebt. Er fühlte sich richtig wohl und kam gut alleine zurecht. Manchmal war er zwar traurig, dass wenn er nach der Arbeit nach Hause kam, niemand auf ihn wartete, jedoch konnte er sich stets durch einen Spaziergang im nahegelegenen Park aufmuntern.
Mittlerweile war es März geworden und die Corona-Pandemie machte sich auch in Gre-gors Umfeld breit. Anfang des Jahres hatte alles noch so weit weg gewirkt. Niemand dachte, dass das Virus auch einmal Deutschland betreffen werde. Die Entwicklung war schon so weit fortgeschritten, dass es in der folgenden Woche zum Lockdown kam. Alle Geschäfte, Schulen und Kindergärten mussten auf vorerst unbestimmte Zeit ihre Pforten schließen. Es wusste keiner, wann und wie es weitergehen sollte.
Auch Gregor wusste dies nicht. In den nächsten Wochen sollte er nur noch die Hälfte seiner Stunden arbeiten gehen, außerdem würde er sein Gehalt gekürzt bekommen. Viele Fragen warfen sich ihm auf: „Wie soll ich mit meiner Gehaltskürzung über die Runden kommen? Was soll ich mit meiner ganzen freien Zeit anfangen?“. Er konnte jedoch nichts anderes machen, als abzuwarten, was die Zeit so bringen würde. „Ich werde den Lockdown schon irgendwie alleine überstehen.“, dachte er.
Die ersten Tage waren nicht leicht für Gregor. Er musste sich erst einmal an die neue Si-tuation gewöhnen. Nichtsdestotrotz ließ er sich nicht unterkriegen und war doch ganz froh, nun jeden Tag schon gegen 12 Uhr seine Arbeitsstelle verlassen zu können. Er ging täglich seine gewohnte Runde im Park spazieren. Jetzt, wo er viel mehr Freizeit als sonst hatte, testete er neue Routen und entdeckte, etwas abgelegen hinter einer Hecke, aber trotzdem inmitten der belebten Stadt, einen winzigen Rosengarten mit einer Bank und einem Springbrunnen. Gregor gefiel dieser Ort ausgesprochen gut, sodass er dort ab sofort jeden Nachmittag verbrachte. Während der Corona-Zeit entdeckte er zudem das Lesen für sich. Oft nahm er das ein oder andere Buch mit zu seinem Gang durch die Grünanlage und las es entspannt an seinem neuen Lieblingsplatz.
Am heutigen Tage drehte er, wie gewöhnlich, eine Runde um den See. Danach setzte er sich auf die Parkbank und schaute sich die nähere Umgebung ein wenig an. Er konnte einige Kinder erblicken, die fröhlich auf dem Spielplatz in der Nähe des Sees spielte. Nun las er einige Seiten seines neuen Kriminalromanes. Und als es gerade besonders spannend wurde, hörte er auf einmal eine Frauenstimme. Die Stimme sagte: „Hallo? Hallo? Ist der Platz neben Ihnen noch frei?“ Er drehte seinen Kopf und erblickte eine hübsche junge Frau, die ihn erwartungsvoll ansah. Gregor brauchte einen Moment, um zu verstehen, was sie von ihm wollte. Dann rutschte er ein nach links und meinte: „Aber natürlich“. Dabei hatte er nicht bedacht, dass seit dem heutigen Tage die Maskenpflicht im ganzen Land galt und er beim näheren Kontakt mit Fremden, seine Atemschutzmaske tragen musste. „Naja, wenn die Frau auch keine dabei hat, wird es schon nicht allzu schlimm sein.“, dachte er. Nun begann die Frau mit ihm zu reden. Die beiden unterhielten sich über die momentane Wetterlage, welche durch den ständigen Sonnenschein und die warmen Temperaturen von ihnen als überaus positiv empfunden wurde. Sie kamen auch auf die Situation während des noch immer andauernden Lockdowns zu sprechen. Die Frau erzählte ihm von der Insolvenz ihres Ladens und erklärte ihm, wie verzweifelt sie sei. Das löste in Gregor Mitleid aus. Gregor und Greta unterhielten sich bis zum frühen Abend, sie verstanden sich blendend. Sie verabredeten sich mit der netten Dame für den nächsten Tag zur gleichen Uhrzeit am gleichen Ort. Am Ende ihres Gespräches hatte Gregor sie noch nach ihrem Namen gefragt; sie hieß Greta.
Gregor musste an seine Schwester Grete denken, deren Name dem der Frau sehr ähnlich war. Er wurde ein wenig melancholisch; „Ach, Grete…“ murmelte er sich vor sich hin. Ab und zu kamen Erinnerungen an die Zeit mit seiner Familie in den Sinn. „Wie es ihnen wohl mit der Pandemie ergehen wird? Und Mutter, sie hat doch Asthma! Oh nein, hoffentlich geht es ihr gut…“, dachte Gregor voller Sorge. Doch bereits im nächsten Moment waren diese Gedanken passee.
Er musste an Greta denken. Es fühlte sich für ihn so an, als wenn er sie schon ewig ken-nen würde. Gregor war stolz auf sich. Sehr stolz. Endlich hatte er es ganz alleine ge-schafft, jemanden kennenzulernen und dann auch noch eine Frau. Der sonst nicht so kontaktfreudige junge Mann, hatte sich positiv verändert. Obwohl sein Verhältnis zu Frauen sonst immer etwas gestört gewesen war, schien er dies mit der Veränderung seiner Lebenseinstellung abgelegt zu haben.
Am darauffolgenden Tag traf Gregor wie geplant seine neue Bekannte Greta im Park. Sie war schon ein paar Minuten zuvor da und wartete bereits auf ihn. Sie begrüßte ihn mit einem freundlichen „Hallo Gregor! Schön, dich zu sehen.“. Die beiden trugen heute eine Maske, da sie dies gestern gemeinsam beschlossen hatten, um sich selber und ihre Mit-menschen zu schützen. Gregor und Greta unterhielten sich über allerlei Themen und lernten sich immer besser kennen.
Das Treffen wurde zu einem täglichen Ritual und sie waren nach einigen Wochen wirklich gute Freunde geworden und konnten über nahezu alles miteinander reden.
Doch plötzlich der Schock: Gregor hatte Corona! Er musste sich auf der Arbeit infiziert haben – trotz Schutzmasken und Einhaltung der Abstandsregeln. Gregor informierte umgehend Greta, damit auch sie einen Test machen konnte.
Einige Tage vergingen und Gregors Krankheitsverlauf, der sich anfangs noch weniger schwerwiegend verhalten hatte, veränderte sich schlagartig ins Negative. Erst verlor er seinen Geruchs- und dann auch noch seinen Geschmackssinn. Gregor fühlte sich durchgehend schlapp und konnte das Bett nicht für länger als zwei Minuten verlassen, da ihm ansonsten schwarz vor Augen wurde.
Er erhielt einen Anruf von Greta, die ihm mitteilte, dass sie ein negatives Testergebnis erhalten hatte, was Gregor durchaus erfreute. Sie beschloss, für ihn einkaufen zu gehen und sich um ihn zu kümmern, da er das Haus nicht verlassen konnte.
Greta brachte ihm eine Menge Lebensmittel und selbstgekochtes Essen vorbei, damit Gregor schnell wieder auf die Beine kommen konnte.
Nach insgesamt drei Wochen zu Hause, in denen Gregor sich oft ausgeschlossen und abgeschottet von der Außenwelt fühlte, erhielt er ein zweites negatives Testergebnis sei-nes Corona-Testes und somit die Erlaubnis, das Haus wieder zu verlassen. Manchmal fühlte er sich während seiner Quarantäne in die Zeit bei seinen Eltern zurückversetzt. Damals hatte er niemanden außer seiner Familie und mied jegliche sozialen Kontakte. Dadurch hatten die letzten drei Wochen ihm nochmals gezeigt, wie wichtig ihm auch Greta geworden ist.
Endlich konnte er wieder rausgehen und seine Freundin sehen. Er war so dankbar für alles, was sie für ihn getan hatte. Dies zeigte er ihr in Form eines Blumenstraußes und einer kleinen Schachtel Pralinen.
Gregor und Greta trafen schließlich nach fast einem ganzen Monat wieder im Park aufei-nander und freuten sich sehr. Es gab so viel zu erzählen, sodass sie bis spät abends zu-sammen auf der Bank im Rosengarten saßen. Greta berichtete Gregor von ihrer miserab-len finanziellen Lage, denn wie sie bereits erzählte, musste sie aufgrund der Pandemie ihren geliebten Laden aufgeben. Sie konnte sich vorerst nur mit einer mageren Geldrück-lage über Wasser halten. Lange würde diese aber nicht mehr ausreichen.
So hilfsbereit wie Gregor war, bot er seiner Bekanntschaft einen Schlafplatz in seiner be-scheidenen Wohnung an, damit sie die Kosten für die Wohnungsmiete einsparen könne, meinte Gregor. Greta nahm erleichtert und froh Gregors Angebot an.
Noch am gleichen Abend räumte sie ein paar ihrer persönlichen Sachen in Gregors Wohnzimmer, was ihr Lager für die Nacht sein würde.
Am nächsten Morgen dann transportierten die beiden die restlichen von Gretas Gegen-ständen in Gregors Wohnung. Sie belegte Gregors Wohnstube und hatte dort ihr eigenes kleines Reich.
Gregor und Greta liebten das Zusammenleben mit dem jeweils anderen. Sie harmonierten ausgezeichnet und es kam nie zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden.
Sieben Monate später
Nun war es Winter geworden und kurz vor Weihnachten kam es zur erneuten Schließung aller Restaurants, Bildungseinrichtungen und Geschäfte.
Gregor und Greta lebten noch immer gerne zusammen. Mittlerweile hatte sich aus ihrer innigen Freundschaft, eine Liebesbeziehung entwickelt. Sie waren überglücklich und konnten es kaum fassen, dass sie sich erst Anfang diesen Jahres kennengelernt hatten. „Es fühlt sich schon wie eine Ewigkeit an!“, sagte Gregor zu Greta, die dies nur bestätigen konnte.
Es war ein lausig kalter Dezembermorgen. Aber trotz des hohen Schnees und der Kälte, trauten die beiden sich aus dem Haus und spazierten Hand in Hand durch den Park. Das Paar beobachtete die Kinder beim Schlittschuhfahren auf dem zugefrorenen See und durch die löchrigen Wolken, zeigte die Sonne ihre wahrscheinlich letzten Strahlen des Jahres 2020.

X, MSS 13_

 



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