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Aschermittwoch – Fasten anders · 16.02.2021

Die Klasse 9b hat mit Frau Fölbach einen Online-Wortgottesdienst zum Aschermittwoch, 17.02.2021, vorbereitet. Er steht für alle zu Hause zur Verfügung.

Ein Vorschlag
Ein Gespräch mit Abstand:

1. Schülerin:
Vorgestern war eigentlich Rosenmontag! Sonst die Jahre waren wir verkleidet, waren auf Fastnachtsitzungen, haben uns Fastnachtszüge angeschaut, die Straßen voller Menschen. Wir haben gesungen, geschunkelt und gelacht

2. Schülerin:
Ja, das war immer eine ausgelassene Zeit! Vieles Schöne ist einfach ausgefallen!
Manchmal fühle ich mich richtig gefrustet; alles hat sich verändert in den letzten Monaten!
Keine Freunde mehr treffen! Zu Hause bleiben und den Stress mit der Familie aushalten! Wenig Kontakte! Keine Besuche! Keine Hobbies, kaum Sport!
Und der Oberhammer: Nähe durch Abstand ausdrücken!
Nähe durch Abstand ausdrücken! Das hört sich doch irrsinnig an. Vor einem Jahr hätte ich über diesen Satz gelacht.

3.Schülerin:
Seit mein Opa wegen Corona 4 Wochen auf der Intensivstation gelegen hat, denke ich viel öfter daran, wie vergänglich alles ist und bedroht.
Er musste künstlich beatmet werden und wir haben um jeden Tag gebangt: Leben oder Sterben? – und jetzt `feiern´ wir auch noch Aschermittwoch! Geht denn noch mehr Verzicht und Aushalten?

Jede setzt sich alleine für sich auf die Treppenstufen vor dem Altar – bedrückt.

Eine 4. Schülerin geht zum Ambo und liest.

Einer hat schon mal vor langer Zeit eine ähnliche Erfahrung gemacht. Er hieß Kohelet und schreibt zu Beginn:
‘Windhauch, Windhauch, alles ist Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne?´

Kohelet schreibt seine Erkenntnis vor 2300 Jahren in einem Text:

Koh 3,1-8:

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
eine Zeit zum Gebären / und eine Zeit zum Sterben, / eine Zeit zum Pflanzen / und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
eine Zeit zum Töten / und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen / und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen / und eine Zeit zum Lachen, / eine Zeit für die Klage / und eine Zeit für den Tanz;
eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steine sammeln, / eine Zeit zum Umarmen / und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen / und eine Zeit zum Verlieren, / eine Zeit zum Behalten / und eine Zeit zum Wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreißen / und eine Zeit zum Zusammennähen, / eine Zeit zum Schweigen / und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben / und eine Zeit zum Hassen, / eine Zeit für den Krieg / und eine Zeit für den Frieden.

Eine 5. Schülerin am Ambo:
Du meinst, dass es doch passt – Aschermittwoch zu `feiern´, gerade jetzt in dieser Zeit?

Aschermittwoch ist grau; die heute eigentlich verteilte Aschermittwoch-Asche, als Kreuz auf unserer Stirn, ist grau.
Viele Menschen wissen, – vielleicht auch du, was es bedeutet eine graue Maus zu sein: sich klein und unbedeutend vorzukommen, Angst zu haben, sich verstecken zu wollen.
Ja, und wir wollen es nicht schönreden. So wie Asche der Rest ist, der aus dem Feuer übrig bleibt, so erinnert sie uns an unsere eigene Vergänglichkeit.
Wir werden einmal sterben – und selbst die schönen Momente in unserem Leben können wir nicht festhalten.
Aber Aschermittwoch bedeutet auch Neuanfang. So wie aus der Asche, wenn sie im Boden ausgestreut wird, wieder neue Pflanzen wachsen, so gehört Tod und Leben, Ende und Anfang zueinander; alles hat seine Zeit.
„Kehre um und glaube an die Frohe Botschaft!“

Lesen wir den folgenden Bibeltext, den uns der Evangelist Johannes überliefert: Eine Geschichte vom Tod ins Leben; – eine `Umkehr-Geschichte´)

Lesung: Joh 11,17- 44

In Bethanien wohnt ein Freund von Jesus mit Namen Lazarus. Er ist schwer krank. Seine Schwestern Maria und Marta lassen Jesus rufen. Jesus kommt zu spät; Lazarus ist schon vier Tage tot. Zuerst muss der Stein vor dem Grab weggeräumt werden. Jesus ruft Lazarus mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“. Da tritt der Verstorbene aus der Grabhöhle heraus.
Jesus sagt: „Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!“

Impuls zum Bibeltext:

Sich herausrufen lassen aus dem Grab,
den Stein wegwälzen,
heraustreten aus der dunklen Höhle, den Lichtschein sehen,
die Fesseln lösen, die binden und lähmen,
erste Schritte aufrecht gehen,
durchatmen,
die Freude der anderen über das wieder gewonnene Leben teilen!

Ja Herr, rufe du uns heraus! Lass uns Licht am Ende des Tunnels sehen, lass uns umkehren und deiner Spur des Lebens folgen!

Die Idee, dieses Jahr einmal ganz anders zu fasten:

  • bewusster und achtsamer auf mich zu hören
  • mich selbst als fehlerhaften Menschen anzunehmen – und barmherzig mit mir sein, so wie Gott es auch mit mir ist
  • mir selbst und anderen bewusst verzeihen
  • wieder meine Beziehung zu einem Gott zu suchen, der auf mich wartet und die Arme offenhält, weil er schon lange auf mich wartet
  • Mich wieder anstecken lassen von seiner übergroßen Liebe
  • bewusster Leben und gegen die Fesseln arbeiten, mit denen ich mich selbst binde und lähme
  • meinen Mut neu finden und ihn schrittweise stärken
  • mich liebevoll betrachten
  • mir täglich mein Herz streicheln
  • wieder aufrecht durchs Leben gehen

Fasten – einmal anders, so wie das letzte Jahr anders war.

Fasten auf das, was mich innerlich kaputt macht, diesem Zerstörerischen keine Macht über mich geben. Stattdessen Dinge tun, die mich stärken, mich auf den Weg machen zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben.
Mit den Worten beim Aschenkreuz: „Kehre um und glaube an die Frohe Botschaft!“

Das sieht für jede von uns ganz anders aus.

Idee:

Schreibe für dich den ersten Schritt in einen Schuhabdruck aus Papier.
Was möchtest du hinter dir lassen?
Was kann ich auf meinem Weg nach Ostern tun, um mich zu stärken?
Was könnte ein kleines Ziel sein auf meinem Weg?

 



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