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Deutsche Schülerakademie mal anders · 13.12.2022

Man nehme etwa 60 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, einen kleinen Ort in Niedersachsen und eine große Begeisterung für das Thema Europa und alles, was dazu gehört. So könnte man in etwa die Deutsche Schülerakademie in Loccum beschreiben. Die Deutsche Schülerakademie ist ein außerschulisches Angebot der Stiftung Bildung und Begabung für motivierte Jugendliche in der Oberstufe. Eine Akademie besteht immer aus vier bis sechs Kursen, die vielfältige Themen in den Bereichen Naturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Sprachen und vielen mehr abdecken. Innerhalb des zweiwöchigen Aufenthalts hat man als Teilnehmende nicht nur Kursstunden, sondern auch sogenannte KüA, kursübergreifende Angebote. Diese werden sowohl von Kursleitenden als auch von den Teilnehmenden selbst angeboten und können von Backen bis sportlichen Aktivitäten alles umfassen.

In meinem Fall wurde ich von Frau Speier und Frau Weiß zu Beginn des Jahres für die Akademie vorgeschlagen. Im März stand für mich dann die Kurswahl an. Die Auswahl war sehr groß, doch schlussendlich rangierte bei mir auf Platz eins ein Kurs über Wege aus dem Ersten Weltkrieg. Doch jetzt ging das Bangen und Hoffen erst richtig los, denn erst Anfang Mai würde man erfahren, ob man angenommen worden war. Als dann einen sonnigen montagmorgens die Mail eintraf, dass ich eine Teilnehmerin der Akademie in Loccum in meinem Wunschkurs sein würde, war ich überglücklich. Diese Akademie hatte einen Schwerpunkt auf das Thema Europa gelegt. Schon bald starteten die Vorbereitungen. Für meinen Kurs musste ich entsprechende Literatur lesen und ein Referat vorbereiten. Als bekannt wurde, dass es auch Zweier-Referate geben würde, war für mich schnell klar gewesen, dass ich mir diese Chance nicht entgehen lassen wollte und schon vor der Akademie anderen Teilnehmende kennenlernen wollte. Zusammen mit einer Schülerin aus Niedersachsen bereitete ich ein Referat zum Russischen Bürgerkrieg vor.

Da die Akademie noch teilweise in meiner Schulzeit lag, wurde ich für diese letzten Schultage von der Schule beurlaubt. Am 14.07. sollte es dann endlich losgehen. Angekommen in Loccum traf ich sofort andere Teilnehmende, mit denen ich mich schnell gut verstand. Da wir noch niemanden kannten, war es für alle eine ganz neue Erfahrung. Eine Rallye über das Akademiegelände brachte viele neue Bekanntschaften mit sich. Nach dem Abendessen hatten wir eine erste Kursstunde, die wie sich schnell herausstellte, nur von einer der beiden Kursleitenden abgehalten wurde, da die andere krank war. Bei einem anschließenden Kennenlernen auf dem Innenhof wurden viele neuen Kontakte geknüpft. Wie sehr ich all die anderen Teilnehmenden am Ende schätzen würde, war zu dem Zeitpunkt uns allen noch nicht klar. Die darauffolgenden Tage folgten immer dem gleichen Ablauf: Frühstück, dann Plenum, Kurseinheit, Mittagessen, KüAs, Kurseinheit, Abendessen, Abendprogramm. Das mag erst einmal etwas starr klingen, doch dies war es auf keinen Fall. Spontanität wurde großgeschrieben. Zusammen mit einer anderen Teilnehmerin bot ich eine Diskussionsrunde zu vielfältigen Themen an. An einem Abend fand der Loccus Academicus, eine Art Rallye zum Thema Europa. In Vierergruppen bauten wir eine gemeinsame Skulptur, malten Flaggen mit Kreide und schrieben Briefe an Europa. Wenn ich eines schon nach wenigen Stunden wusste, dann, dass ich niemals von diesem Ort wegwollte.

Doch bald mussten wir uns alle eingestehen, dass selbst die schönsten Dinge nicht ewig waren. Corona hatte uns eingeholt und würde uns nicht so schnell loslassen. Es fing an mit einem positiven Test, doch es wurden peu à peu immer mehr. Wir brachten Essen an Türen und sprachen aus Fenstern. Wir beschlossen, wir würden uns die Akademie nicht dadurch vermiesen lassen. Als dann unsere beiden Kursleitenden coronabedingt abreisen mussten, sattelten wir auf Videokonferenzen um. Ein großer Vorteil, wie sich später herausstellen würde. Doch Corona saß uns immer im Nacken und bald stand der worst-case im Raum: Eine Zwangsabreise aller wurde wahrscheinlich und auch, wenn wir es alle nicht wahrhaben wollten, als dann in einem spontanen Plenum dienstagsnachmittags das Wort „Abreise“ fiel, konnte man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören. Wir wussten alle, dass wir am kommenden Tag abreisen mussten, aber bis dahin hatten wir noch Zeit. Und diese wussten wir zu nutzen. Am Abend grillten wir, veranstalteten ein Konzert, eine Party, gratulierten der Akademieleitung zum Geburtstag, schrieben Briefe an all die lieben Menschen, die wir kennengelernt hatten, blickten in den Himmel und verdrückten auch die ein oder andere Träne. Aber die Akademie sollte weitergehen; wir würden uns nicht unterkriegen lassen, das hatten wir uns geschworen.

Einen Tag später ging es nach Hause, und dann vor den Computer. Videokonferenzen wurden unser neuer Freund. Morgens Kurseinheit, nachmittags KüAs, abends eine oder gerne auch mehrere Runden Werwolf. Am Ende einer jeden Akademie schrieb man als Kurs eine Dokumentation der Inhalte, mit denen sich beschäftigt worden war. Diese entstand bei uns in langen Videokonferenzen mit viel Freude.
Es war eine Akademie, die in die Geschichte eingehen würde, eine hybride Akademie.

Die Akademie war eine großartige Erfahrung, die ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde. Und immer, wenn ich jetzt „The Final Countdown“ von Europe und „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens höre, muss ich schmunzeln. Genauso wie, wenn ich den Pulli trage, den wir uns als Andenken bedrucken haben lassen.

Svea

 



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