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„Sie ist wie eine Freundin“ · 02.10.2018

Unsere Schule verabschiedete Sr. M. Elvira Jutz, die Leiterin der Realschule plus

„Dank für 10 Jahre mit Herz, Hand und Verstand!“ – Unter diesem Motto wurde Sr. M. Elvira, die Leiterin unserer Realschule plus, am 28. September in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Dankgottesdienst

Der Tag begann mit einem festlichen Gottesdienst in der Pilgerkirche, der von Sr. M. Verena, Herrn Lemke und den Klassen 8a, 10a und 10b vorbereitet und mitgestaltet wurde.

Neben dem oben genannten Motto durchzog die Metapher „Schiff“ den Gottesdienst wie ein roter Faden, denn Sr. M. Elvira hatte zu ihrer Einführung als Leiterin der Realschule im Jahr 1987 ein Schiff aus Holz geschenkt bekommen, das sinnbildlich für das „Schiff Schule“ stand, das von ihr als Kapitänin gesteuert werden sollte. Besagtes Holzschiff stand während des Gottesdienstes nun vorne am Altar.

Da der Festgottesdienst auch aus Anlass des Schulgeburtstages stattfand, erfolgte zunächst ein Rückblick auf die Gründung der Schule im Jahr 1945. Bereits damals wurde klar, dass das Schiff Schule nicht ohne Gottes Hilfe zu steuern ist, und genau dies tat Sr. M. Elvira dann auch im festen Vertrauen auf Gott und die Gottesmutter.

In einem Rollenspiel öffneten einige Schülerinnen einen sogenannten Koffer des Judentums und erklärten die Bedeutung der Kippa, des Gebetsriemens und der Gebetsstola: „Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit Hand und Verstand.“ Damit stellten sie von einer ganz neuen Perspektive aus die Verbindung zum Motto des Gottesdienstes her. Dazu passend sang die Musikklasse unter der Leitung von

Frau Blatt den Kanon „Gib uns Ohren, die hören, Augen, die seh’n, ein weites Herz, um andere zu verstehen.“

In seiner Predigt nahm der Zelebrant der Messe, Pater Herter, Bezug auf das zuvor verlesene Evangelium des Matthäus, in dem Jesus dem Sturm befiehlt, sich zu legen. Die Jünger jedoch sind ängstlich und vertrauen zunächst nicht auf Jesus, der sich mit ihnen im Boot befindet, aber eingeschlafen ist. Manchmal, so Pater Herter, hätten wir Menschen auch den Eindruck, dass Gott schlafe und nicht für uns da sei. Wir sollten aber nie vergessen, dass er und auch die Gottesmutter quasi immer mit uns in einem Boot sitzen. Sr. M. Elvira habe in ihrem festen Glauben daran das Schiff Schule gesteuert und sich dabei mit Herz, Hand und Verstand engagiert.
Als kleine Erinnerung an den Gottesdienst überreichte Pater Herter ihr ein Freundschaftsbändchen mit dem aufgedruckten Satz „Ich gehe mit“, den Pater Kentenich geprägt hat.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Sr. M. Gabriele allen Mitwirkenden, u.a. neben Pater Herter auch dem Mitzelebranten Pater Kiefer, den musizierenden Kollegen unserer Schule sowie natürlich Sr. Elvira für ihr ausgezeichnetes Engagement als Leiterin der Realschule bzw. Realschule plus. Nach einem lang anhaltenden Applaus, der die Wertschätzung insbesondere der Schülerinnen für Sr. M. Elvira deutlich werden ließ, trat diese selbst an das Mikrofon und bedankte sich für den eindrucksvollen Gottesdienst. Sie sagte, der Schulgeburtstag solle immer ein Anlass zur Freude sein und deshalb solle ganz am Ende ein Lied stehen, das alle mit Gesten unterstreichen sollten, was die Schülerinnen dann auch begeistert taten: „Miteinander wachsen, dem Himmel entgegen, miteinander gehen auf Gottes Wegen. Du und ich, ich und du, du und ich, ich und du.“ Einen schöneren und passenderen Schluss hätte man für den Gottesdienst und das Motto „Mit Herz, Hand und Verstand“ wohl schwerlich finden können.

Der Festakt in der Aula

„Es gibt Menschen, die man nie vergisst, weil die Spur, die sie gezogen, eine so leuchtende ist!“ Dieser mit Bedacht gewählte Spruch war dem Programm zur Verabschiedung von Sr. M. Elvira vorangestellt und sollte sich als goldrichtig erweisen.

Sr. M. Elvira ist seit über 30 Jahren im Schuldienst, aber bevor sie im Jahr 1987 ihre Arbeit als Lehrerin für Deutsch und Religion an der Schönstätter Marienschule aufnahm, hatte sie bereits eine Ausbildung als Erzieherin absolviert, einen Kindergarten geleitet und in einem Internat für behinderte Menschen gearbeitet. Dabei hat sie überall Spuren im besten Sinne hinterlassen, wie ihr Sr. M. Gabriele Schreck, die Direktorin der Schönstätter Marienschule, in ihrer Ansprache beim Festakt in der Aula attestierte.

Doch wie ist Sr. M. Elvira eigentlich zu den Schönstätter Marienschwestern gekommen? „Im Nachhinein denke ich, dass alles genauso sein sollte“, antwortete Sr. M. Elvira bei einem kleinen Interview auf diese Frage. Sr. M. Elvira wuchs in einem Dorf bei Bitburg auf und machte eine Ausbildung zur Erzieherin. Hierzu gehörte ein sogenanntes Haushaltsjahr. Genau in dem Moment, als sich die Frage stellte, wo sie dieses absolvieren sollte, kam eine Cousine von Sr. M. Elviras Mutter zu Besuch – zum ersten und einzigen Mal. Diese Cousine war eine Schönstätter Marienschwester und überzeugte Sr. M. Elvira davon, ihr praktisches Jahr in Bad Münster im Sanatorium der Schönstätter Marienschwestern zu verbringen. Auf diese Weise lernte Sr. M. Elvira die Gemeinschaft der Schwestern kennen und merkte, dass ihre Suche „nach etwas anderem“ ein Ziel gefunden hatte. Im Jahr 1973 trat sie dann in die Schönstatt-Gemeinschaft ein. Nachdem sie den Kindergarten in Metternich von 1973 bis 1977 geleitet hatte, absolvierte sie ihr Abitur im Jahr 1978, worauf sich das Studium der Fächer Deutsch und Religion für das Lehramt an Gymnasien anschloss. Danach war sie nicht nur als Lehrerin tätig, sondern arbeitete immer wieder im Internat in Metternich. Bei allem, was sie tat, war es ihr stets ein Anliegen, Kinder so zu erziehen oder zu unterstützen, dass sie freie und mutige Menschen werden.

Seit dem 1. Februar 2008 leitete Sr. M. Elvira den Realschulzweig unserer Schule, der 2014 in die Realschule plus überging, und zeigte dabei stets große Flexibilität, gepaart mit feinem Einfühlungsvermögen. In ihrer Rede lobte Sr. M. Gabriele die unaufgeregte Art, mit der es Sr. M. Elvira gelang, Dinge sachlich zu analysieren, und ihre Fähigkeit, die Balance zwischen Fördern und Fordern auf hervorragende Weise zu halten. Sie dankte ihr für ihren Pioniergeist, ihr weites Herz und den frohen Mut, mit dem Sr. M. Elvira – ganz im Einklang mit Pater Kentenich, dem Gründer und Namensgeber der Schönstätter Marienschule – und im Vertrauen auf Gott und die Gottesmutter ihren Dienst für die Schule tat.

Herr Burkhard Nauroth, 1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Mayen-Koblenz und neuer Vorsitzender des Stiftungsrats der Schönstätter Marienschule, schloss sich diesem Dank an und formulierte seine Anerkennung in Anlehnung an das Motto der Abschlussfeier der letzten 10er- Klassen „Shine bright like a diamond“ so: „Menschen, die christliche Werte vorleben, können auch wie Diamanten leuchten und Vorbild sein. Sr. M. Elvira war ein solches Vorbild, sie hat Einfluss genommen im Sinne der guten Sache.“ Herr Nauroth übermittelte außerdem herzliche Grüße von Landrat Dr. Saftig, der leider an der Feier nicht teilnehmen konnte, und versprach der Schönstätter Marienschule auch weiterhin Unterstützung durch den Landkreis.

Auch Frau Dr. Wetzel-Schneider, die Vorsitzende des Schulelternbeirates, betonte, dass Sr. M. Elvira ihren Schülern eine wichtige Botschaft vermittelt habe, nämlich dass die kostbarsten Dinge im Leben die sind, die man nicht kaufen kann.

Das Bedürfnis, Sr. M. Elvira zu danken, wurde an dem liebevollen und abwechslungsreichen Programm des Festakts deutlich, wie auch Sr. M. Verena Röhrig, die kommissarische Leiterin der Realschule plus, hervorhob.
Die Moderation des Festakts lag in den Händen von Frau Schambortski und Herrn Lemke.

Es gab zahlreiche Musikbeiträge, Turnerinnen und Tänzerinnen zeigten ihr Können und die Lehrer brachten ein eigens für Sr. Elvira umgetextetes Lied zur Aufführung.

Frau Schemmer und Frau Wagener von der Mitarbeitervertretung, die Sr. Elvira für ihr großzügiges Vertrauen in ihre Kollegen dankten, hatten mit einem Augenzwinkern einige Geschenke für Sr. Elvira zusammengestellt, z.B. eine CD mit Karnevalsmusik in Anspielung auf Sr. M. Elviras Sinn für Humor.

Die Schülersprecherinnen der Realschule plus überreichten einen Kalender mit je einem in Form eines bunten Schiffes gestalteten Blattes pro Klasse, das dem bereits erwähnten Sinnbild „Schulschiff“ Rechnung trug.

Der allerschönste Dank aber, den Sr. Elvira erhielt, dürften Aussagen wie die folgenden von Schülerinnen gewesen sein, die die Schülersprecherinnen gesammelt hatten und Sr. Elvira jetzt auf kleinen Blüten gedruckt überreichten: „Sie hatte immer ein offenes Ohr für uns und versteht Spaß.“ „Sie sieht das Gute im Menschen.“ „Sie bleibt immer ruhig und geduldig.“ „Sie drückt auch mal ein Auge zu.“ und: „Sie ist wie eine Freundin gewesen.“

Besser kann man nicht ausdrücken, dass Sr. M. Elvira für die Schönstätter Marienschule viel mehr war – und ist – als nur eine Schulleiterin. In ihrer Rede am Ende des Festaktes bedankte sie sich bei allen und äußerte ihre Freude über die Möglichkeit, der Schule künftig als Jugendberaterin zur Verfügung zu stehen. Diese Freude teilt die ganze Schulgemeinde von Herzen, denn eine Seele von Mensch wie Sr. M. Elvira möchte man einfach nicht verlieren.

(Esther Jeuck)

Fotostrecke vom Festgottesdienst in der Pilgerkirche

Fotostrecke Festakt in der Aula

Fotostrecke vom Sektempfang

 



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