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„Typisch du …! Der richtige Blick für mein Kind“ · 13.02.2018

Interessierte Eltern von Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5 und 6 haben sich am 05.02.2018 zum pädagogischen Elternabend einladen lassen.

Sr. Evamaria regte zu Beginn der Abendveranstaltung in der Mensa der Marienschule an, das Kind und sich selbst als ein Unikat zu verstehen. „Wir leben in einer pluralen Gesellschaft“, sagte die Referentin. Das biete viele Vorteile und fordere immer wieder Entscheidungen. „Entscheiden muss trainiert, muss erlernt werden. Entscheiden fällt leichter mit einem starken Selbstwertbewusstsein und Selbstwertgefühl“ – so Sr. Evamaria. Wie wichtig dabei die Rolle der Eltern für die Entwicklung ihrer Kinder sei, zeigte die Referentin auf, als sie erläuterte, dass das Urteil, das wir über uns fällen, von den ersten Erfahrungen unsers Lebens abhinge. Wir lebten davon, dass jemand ein bedingungsloses Ja zu unserer Person sage, uns annehme und akzeptiere. „Das Ja muss spürbar werden im Zuhören und Wahrnehmen, im Sich-mitteilen-Können, im miteinander Reden und sich Auseinandersetzen“, sagte Sr. Evamaria.

Die Referentin lenkte den Blick auf das, was die Besonderheit eines Menschen ausmache und führte aus, inwiefern in einen Menschen hineingewoben seien seine Fähigkeiten und Anlagen, seine seelische Grundstimmung, Erfahrungen, Muster von Familie, Milieu und Kultur.

Der Gesichtspunkt der seelischen Grundhaltung bildete den thematischen Schwerpunkt des Abends. Wenn auch dieser Gesichtspunkt nur einen kleinen Ausschnitt der ganzen Persönlichkeit darstelle, so doch einen wichtigen. Man könne nämlich die seelische Grundstimmung nicht nur erkennen, sondern auch an ihr arbeiten im Sinne der Selbsterziehung.
Seinem Temperament könne man auf die Spur kommen, wenn man sich erforsche im Hinblick auf seine Form zu reagieren. Sr. Evamaria skizzierte den Typ, der lebhaft, verspielt, gesellig, erfrischend und temperamentvoll reagiert. Seine Stärke ist zum Beispiel, spontan, optimistisch, fröhlich kontaktfreudig, gesprächig und beliebt zu sein. Zugleich wird dieser Typ unter anderem wahrgenommen als redselig, vergesslich, unberechenbar, unorganisiert, oberflächlich und angeberisch.
Bei einem anderen Typ liegen die Stäken darin, analytisch, rücksichts- und respektvoll, zu sein. Er ist sensibel, vorausplanend, organisiert und idealistisch eingestellt. Jedes „Licht“ hat seine „Schattenseiten“. Dieser Typ neigt dazu, misstrauisch, anspruchsvoll, pessimistisch, schüchtern, kontaktscheu und verschlossen zu sein und übersensibel zu reagieren.
Ein weiteres Temperament zeichnet sich aus durch Abenteuerlust, Mut, Willensstärke und Ehrgeiz, Einfallsreichtum, Selbstbewusstsein und Entscheidungsfreudigkeit. Menschen, bei denen diese Grundstimmung dominiert, sind manchmal ungeduldig und dominierend, arbeitssüchtig, überheblich, aufbrausend und unbesonnen.
Gegensätzlich dazu ist die Grundstimmung von jemandem, der anpassungsfähig und zurückhaltend, zufrieden und ausglichen, diplomatisch und vermittelnd wirkt. Als Schwächen dieses Temperaments werden folgenden Eigenschaften wahrgenommen: begeisterungslos, unschlüssig, ziellos, träge, langsam und faul.

Sr. Evamaria unterstrich, dass sich die positiven und negativen Eigenschaften jeweils die Waage hielten. Kein Typ wäre „besser“ oder „schlechter“ als der andere. Teilnehmern des Elternabends, die tiefer in die Materie eindringen wollten, empfahl die Referentin das Buch „Einfach typisch. Die vier Temperamente unter der Lupe“ bzw. „Einfach typisch für Eltern. So verstehen und fördern Sie die Persönlichkeit Ihres Kindes“ von Florence Littauer.

Die Reaktion der Eltern während und nach dem Vortrag zeigte, dass sie in den Ausführungen von Sr. Evamaria die Gestimmtheit Ihrer Tochter und nicht zuletzt sich selbst wiedererkennt haben. In den meisten Fällen liegen ja Mischformen der verschiedenen Temperamente vor und es ist äußerst spannend, diese herauszufinden. Vielen Anwesenden war es ein Bedürfnis, über das Gehörte nachzudenken. Es bleibt eine Herausforderung, sich und andere besser zu verstehen, einander zu ergänzen und ergänzend zu reagieren.

Zum Schluss des Elternabends regte Sr. Evamaria noch einmal an, dankbar für das Kind zu sein, sich an seiner Art zu freuen und sich bewusst zu machen, dass da, wo eine Schwäche auffalle, eine (verborgene) Stärke zu finden sei. Und, da Erziehung ein lebenslanger Prozess ist, seien auch Erwachsene und Eltern immer wieder gefragt, an sich zu arbeiten und auch dadurch den Kindern Vorbild und Ermutigung zu sein.

 



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