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„Alle meine Quellen entspringen in dir“ · 31.07.2017

Gottesdienst zum Abschluss des Schuljahres

In der Marienschule ist es Brauch, dass sich die Schulgemeinschaft am Tag der Zeugnisausgabe in der Pilgerkirche trifft, um Eucharistie zu feiern, Dank zu sagen für das zu Ende gegangene Schuljahr und um Segen für die Ferien zu bitten. Dass der Gottesdienst am 30.06.2017 traditionsgemäß stattfand und doch außerordentlich war, konnte man von Beginn an erleben.

Frau Weiß, evangelische Religions- und Lateinlehrerin an der SMS, nahm die liturgische Eröffnung und Begrüßung vor. Sie sagte: „Vielleicht wundert Ihr Euch, dass ich hier stehe und nicht Pater Kiefer, den ich an dieser Stelle auch herzlich begrüße. Im Zeichen des Lutherjahres – vor 500 Jahren schlug Martin Luther seine 95 Thesen an – feiern wir heute einen ökumenischen Gottesdienst,
Pater Kiefer und ich werden Euch deshalb gemeinsam durch den Gottesdienst begleiten.
Das Thema des Gottesdienstes lautet: Alle meine Quellen entspringen in dir.
Das ist ein Vers aus dem 87. Psalm. Wenn man über Quellen spricht, spricht man beinahe zwangsläufig über Wasser.
Das Wasser als das Ursymbol alles Lebendigen ist der zentrale Begriff dieses Gottesdienstes.
In selbst gemalten Bildern, Geschichten und Gebeten, wenn Ihr wollt, in einer von uns allen gemeinsam durchgeführten Segenszusage Gottes und zum Schluss in einem kleinen Geschenk wird uns das Element Wasser begegnen.“

Als Lesung wurde folgende Erzählung aus China vorgetragen:
„Wasser lehrt mit das rechte Leben“
Einen Weisen im alten China fragten einmal seine Schüler: „Du stehst nun schon so lange vor dem Fluss und schaust ins Wasser. Was siehst du denn da?“ Der Weise gab keine Antwort. Er wandte den Blick nicht ab von dem unablässig strömenden Wasser. Endlich sprach er: „Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen. Wohin es fließt, bringt es Leben und teilt sich aus an alle, die seiner bedürfen. Es ist gütig und freigiebig. Die Unebenheiten des Geländes versteht es auszugleichen. Es ist gerecht. Ohne zu zögern in seinem Lauf, stürzt es sich über Steilwände in die Tiefe. Es ist mutig. Seine Oberfläche ist glatt und ebenmäßig, aber es kann verborgene Tiefen bilden. Es ist weise. Felsen, die ihm im Lauf entgegenstehen, umfließt es. Es ist verträglich. Aber seine Kraft ist Tag und Nacht am Werk, das Hindernis zu beseitigen. Es ist ausdauernd. Wie viele Windungen es auch auf sich nehmen muss, niemals verliert es die Richtung zu seinem Ziel, dem Meer, aus dem Auge. Es ist zielbewusst. Und sooft es auch verunreinigt wird, bemüht es sich doch unablässig, wieder rein zu werden. Es hat die Kraft, sich immer wieder zu erneuern. Das alles ist es, warum ich auf das Wasser schaue. Es lehrt mich das rechte Leben!“
(Verfasser unbekannt)

Chor und Orchestermitglieder unterstützen den Gesang zum Thema passender Lieder.

Nach dem Evangelium (Mk 1, 9-11) beeindruckte die Schülerinnen ein Gestaltungselement besonderer Art, nämlich die Erneuerung des Taufversprechens und eine persönliche Segenszusage. Pater Kiefer leitete die Taufgedächtnisfeier ein mit den Worten:
“Die Taufe ist das erste Sakrament. Durch die Taufe sind wir alle in die Glaubensgemeinschaft der Christen aufgenommen. Die Taufe verbindet daher auch uns alle miteinander: Evangelische, Katholische, Orthodoxe und Christen vieler anderer Konfessionen.
Die Taufe ist ein Bund mit Gott ist. Gott macht uns das Angebot der Gemeinschaft mit ihm. Wenn ihr als Babys getauft wurdet, dann haben eure Eltern, eure Patinnen und Paten stellvertretend für euch „Ja“ zu diesem Angebot gesagt. Wenn ihr bei eurer Taufe älter wart, habt ihr schon selbst das Bekenntnis zum christlichen Glauben gesprochen. Wir laden euch ein, dieses Bekenntnis heute gemeinsam zu erneuern. Wenn ihr möchtet, dann antwortet auf die folgenden Fragen mit ‘Ja, das glaube ich.’ “

Auf folgende Fragen antwortete die Gemeinde:
“In der Taufe seid ihr Kinder Gottes geworden. Er liebt und sorgt für uns.
Glaubt ihr an Gott, den Vater, den Schöpfer der Welt?” “Ja, das glaube ich.”
“In der Taufe seid ihr Brüder und Schwestern Jesu Christi geworden.
Er ist für uns gestorben und auferstanden von den Toten.
Glaubt ihr an Jesus Christus, den Sohn Gottes?” “Ja, das glaube ich.” “In der Taufe seid ihr mit dem Heiligen Geist beschenkt worden.
Er ist die Kraft Gottes; er stärkt uns im Glauben.
Glaubt ihr an den Heiligen Geist?” “Ja, das glaube ich.”

Es folgten Worte der Segenszusage von Frau Weiß:
Alle Lebewesen, Menschen, Tiere und Pflanzen dürsten nach Wasser, aus dem alles Leben kommt. Wasser ist ein Element der Nähe und Vereinigung.
Zum Wasser gehört die direkte Berührung, Wasser fließt um einzusickern und durchzudringen. Nur so kann es das Leben, das in ihm ist, weitergeben.
Das Wasser ist ein besonderes Zeichen der Schöpferkraft Gottes. Im Wasser dürfen wir die Nähe und Liebe Gottes erfahren.
Gott liebt alle Menschen, deshalb gilt das Angebot für Euch alle: Ihr seid herzlich eingeladen, Euch im Zeichen des Wassers den Segen Gottes zusagen zu lassen.
Wenn Ihr wollt, kommt nach vorne, um Euch mit dem gesegneten Wasser ein Kreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen. Dazu wird Euch folgender Segensspruch gesagt: „Der Herr segne dich und sende dich.“ Davon ermutigt werden wir alle gesegnet aus dem Gottesdienst in die Welt hinausgehen, um in ihr und für sie zu leben und zu wirken.

Pater Kiefer segnete danach das Wasser und betete: “Herr, unser Gott und Vater, segne dieses Wasser. Es erinnert uns an unsere Taufe und an die weltweite Gemeinschaft aller Christen, die in der Taufe begründet ist.
Vermehre unseren Glauben und unser Vertrauen auf die umwandelnde Kraft der Taufe, die wir empfangen haben.
Sei uns Licht und Lebenskraft, damit wir deinem Willen entsprechen, dem Evangelium Jesu folgen und beitragen, alle Spaltungen in der Christenheit zu überwinden.
Stärke unsere Hoffnung auf die Vollendung dessen, was du in der Taufe mit uns begonnen hast, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.”

Mehrere Kollegen sprachen den Schülerinnen den Segen zu.

In den Fürbitten brachten die Schülerinnen die Bitte um die Einheit der Christen vor Gott, baten für Burundi und unsere Partnerschule vor Ort, für die Schulabgängerinnen der SMS und gedachten auch der Verstorbenen, unter ihnen der ehemaligen Schulleiterin, Sr. Ilse-Maria.

Zum Schluss gab es noch ein Geschenk.

Jede Schülerin nahm ein Lesezeichen mit dem Motto des Gottesdienstes als Erinnerungszeichen mit auf den Weg.

Am letzten Schultag heißt es auch immer, Abschied nehmen.

Sr. M. Gabriele würdigte besonders Herrn Wünsch und sein langjähriges, vielfältiges, projektintensives Wirken an der SMS.

Gesegnet, gesendet und gestärkt brachen alle auf, zunächst in die Marienschule und dann in die Sommerferien.

 



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