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Schwester Ilse Maria

Lebensbild
Geboren am 5. November 1923 in Mengen/Württemberg, Kreis Saulgau
Gestorben am 21. Mai 2017 in Koblenz-Metternich

Wir nehmen Abschied von Schwester Ilse Maria, die der liebe Gott im Alter von 93 Jahren nach einem reich gesegneten Leben zu sich gerufen hat.
Schwester Ilse Maria wurde am 5. November 1923 in Mengen/Württemberg, Kreis Saulgau als erstes Kind, dem noch drei Geschwister folgten, geboren. Sie erhielt eine gute schulische Ausbildung: Volksschule, Oberschule und konnte 1942 das Abitur ablegen. Danach erfüllte sie ein halbes Jahr ihre Reichsarbeitsdienstpflicht und trat dann als Praktikantin in einer Apotheke in Stuttgart ihren Dienst an, legte 1944 eine pharmazeutische Vorprüfung ab und blieb als Assistentin weiterhin in dieser Apotheke tätig.
Der zuständige Pfarrer schrieb in seinem Zeugnis, dass sie sehr religiös, sehr begabt und charakterfest sei und für ihren Vorsatz, Marienschwester zu werden, die besten Voraussetzungen mitbringe.
Ihr Eintrittstag war der 15. August 1945. Zeitlebens hat sie die Muttergottes als diejenige gesehen, die ganz nach dem Bild Christi gestaltet ist, und hat sich ihr am 6. April 1946 geweiht.

Bereits im Herbst 1946 – begann Schwester Ilse Maria in Mainz ein Studium, damit sie in der damals neugegründeten Marienschule später als Lehrerin eingesetzt werden konnte. Sie wählte die Fächer Deutsch, Latein und Französisch und erhielt während des Studiums ein Stipendium für ein Studienjahr in Paris.
Nach Abschluss des Studiums 1956 wurde sie als Lehrerin in der Schönstätter Marienschule eingesetzt. Dank ihrer gediegenen Bildung war sie eine sehr kompetente Fachlehrerin –, legte Wert auf klassische Literatur, verstand es, junge Menschen dafür zu interessieren. Ordnungsliebe, Disziplin und religiöse Bildung waren ihr wichtig, aber ebenso die Verbundenheit mit den ihr anvertrauten jungen Menschen. Solange sie es konnte, erhielten ehemalige Schülerinnen, die sie als Klassenlehrerin begleitet hatte, zu Weihnachten von ihr einen Rundbrief mit den neuesten Nachrichten aus Schönstatt und der Schule. Damit stärkte sie die Verbundenheit untereinander und die Verantwortung für die Schule.
Ihre Schülerinnen und das Kollegium haben ihre Sachlichkeit und Fairness sehr geschätzt. Ihre Klarheit und Objektivität empfanden sie wohltuend. Ihre wertschätzende Zuwendung war in ihren Äußerungen eher verhalten, aber echt und aufrichtig, was vor allem ihre engeren Mitarbeiter wahrnahmen. Durch ihren Gerechtigkeitssinn gewann sie die Sympathien vieler.

1973 wurde ihr das Amt der Schulleiterin übertragen, eine Aufgabe, die sie verantwortungsvoll erfüllte. Ihre nüchterne, sachliche Art kam ihr dabei zu Hilfe. Auch wenn sie sehr auf Sparsamkeit bedacht war, so legte sie eine für damalige Zeit moderne, sehr umfangreiche und wohlgeordnete Mediensammlung an und brachte die schulische Medienausstattung auf einen zeitgemäßen Stand.
Während ihrer Amtszeit wurde das Schulgebäude durch einen naturwissenschaftlichen Trakt erweitert, und über dem Eingang der Schule wurde das große Mosaikbild der Gottesmutter angebracht und eingeweiht.

Nachdem sie 1989 das Amt der Schulleiterin an ihre Nachfolgerin abgegeben hatte, übernahm Schwester Ilse Maria zunächst noch einige Stunden Unterricht. Von 1991 bis 1998 war sie die Oberin der Filiale Wildburg. Wohltuend waren ihre Ruhe und Gelassenheit bei der Erfüllung dieser Aufgabe, ihre Dienstbereitschaft und die Lauterkeit ihres Herzens. Wurden Feste gefeiert, so konnten die Schwestern sich über die Originalität und den trockenen Humor in ihren Darbietungen erfreuen.

Auch die letzten 20 Jahre ihres Lebens, die Schwester Ilse Maria meist in Koblenz-Metternich, Haus Providentia zubrachte, ließen kaum die Altersruhe zur Geltung kommen. Oft waren ihre Sprachkenntnisse und ihr logisches Denken gefragt, wenn sie im Auftrag der Gemeinschaft bestimmte Aufgaben übernahm.
Sehr groß war ihre Freude, wenn ehemalige Schülerinnen sie besuchten und sie sich miteinander austauschen konnten.

Wir danken Schwester Ilse Maria für alles, was sie sein und geben konnte, und erbitten ihr nun die ewige Freude beim auferstandenen Christus, dem sie auf Erden nach dem Vorbild der Gottesmutter ähnlich werden wollte.