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Viele Wege führen zur Heiligen Pforte · 17.10.2016

„Let’s go!“, so hieß das Motto der 8. Sternwallfahrt der Schönstätter Marienschule. Von Simmern, Ransbach-Baumbach und Höhr-Grenzhausen, von der Festung Ehrenbreitstein, vom Wüstenhof und als Fahrradpilger von Neuwied starteten Pilgergruppen am Morgen des 24.09.2016 Richtung Schönstatt. Ziel war – wie bei den Sternwallfahrten davor – das Urheiligtum. Das Besondere der Wallfahrt 2016: Sie stand im Licht des großen Jahresthemas, der Barmherzigkeit. In der Start-Statio ließen sich die Wallfahrer bei herrlichem Spätsommerwetter darauf einstimmen. In dieser Einstimmung hieß es unter anderem:
  • Wir setzen eine Tradition fort. Im Heiligen Jahr 2000 wurde erstmals von damaligen Eltern eine Sternwallfahrt angeregt und durchgeführt; seitdem alle zwei oder drei Jahre.
  • In diesem Jahr ist unsere Wallfahrt eine Antwort auf die Einladung von Papst Franziskus, der ein Heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat. In Heiligen Jahren hatte die Heilige Pforte in Rom eine ungeheure Anziehungskraft. Menschen aus aller Welt pilgerten nach Rom zu den heiligen Stätten, um Hilfe und Heil zu erfahren. Dieses Mal gibt es nicht nur in Rom eine Heilige Pforte, sondern weltweit in Bischofskirchen und an Wallfahrtsorten, so auch am Urheiligtum in Schönstatt.
  • Die Heilige Pforte zeigt an, dass Gott hier in besonderer Weise seine Barmherzigkeit erfahrbar machen will für Menschen, die sich dafür öffnen. An Marienwallfahrtsorten wenden sich die Pilger an Maria als Fürbitterin und verehren sie als Mutter der Barmherzigkeit. So auch im Schönstattheiligtum.
  • „Barmherzig wie der Vater!“ lesen wir über der Heiligen Pforte. Das „Let’s go!“ unserer Sternwallfahrt ist eingefügt in ein Herz, aus zwei Händen geformt. Das Jahresthema „Barmherzigkeit“ geht also unser Herz an.
  • Ehe wir uns fragen, wie wir denn barmherzig sein sollen, sollten wir uns eigentlich erst die Frage stellen, wie denn der Vater barmherzig ist. Das Thema unserer Wallfahrt könnte uns anregen, auf Entdeckungsreise zu gehen und nach Spuren der Liebe Gottes oder den kleinen Wundern der Barmherzigkeit in unserem Leben zu forschen. Das ist eher eine persönliche Aufgabe, der wir heute nicht nachgehen, aber es könnte eine gute ‚Hausaufgabe‘ sein oder in diesem Jahr auch eine ‚Jahresarbeit‘.
  • Wir werden heute auf dem Weg an vier Stationen anhalten und darüber nachdenken, wie wir barmherzig sein können. In einem Gebet der hl. Schw. Faustina, das Papst Franziskus für dieses Jahr empfiehlt, bittet sie um barmherzige Augen, barmherzige Ohren, barmherzige Hände, eine barmherzige Zunge, barmherzige Füße und ein barmherziges Herz. Davon haben wir uns anregen lassen.
  • Wir dürfen auf unserer Wallfahrt zur Heiligen Pforte in Schönstatt auch ganz konkrete Wünsche mitnehmen, persönliche Anliegen, Sorgen unserer Familien. Wir können an Menschen denken, die vielleicht in einer Sackgasse stecken, in ungeklärten Verhältnissen, die Hilfe brauchen oder auf Heilung einer Krankheit hoffen.

Ein Team, bestehend aus Lehrern, Eltern von Schülerinnen und Ehemaligen, hatte die vier Stationen auf dem Wallfahrtsweg vorbereitet. In meditativen Texten, Liedern und Gebeten wurde – wie gesagt – die Aufmerksamkeit auf barmherzige Füße, Augen, Ohren, auf einen barmherzigen Mund und barmherzige Hände gerichtet. Die Stationen waren so gestaltet, dass auch praktische Handlungselemente nicht zu kurz kamen.

Höhepunkt war die Ziel-Statio an der Pforte der Barmherzigkeit beim Urheiligtum. Dort wurden die Pilger herzlich willkommen geheißen mit den Worten:
„Wir sind angekommen am Ziel unseres Pilgerweges,
an einem heiligen Ort – mit einer Heiligen Pforte.
Wir lesen an der Pforte in vielen Sprachen das Wort, das Papst Franziskus über das Jahr der Barmherzigkeit gestellt hat: ‘Seid barmherzig wie der Vater!’

‘Seid barmherzig wie der Vater!’, so sagt Jesus zu seinen Jüngern. Papst Franziskus hat ‘Barmherzigkeit’ zum großen Thema seines Lebens gemacht. Er betont immer wieder, das müsse die Mitte, das Herzstück, der christlichen Botschaft sein. Barmherzigkeit, so sagt er, sei der Tragebalken der Kirche.
Hier, an der Heiligen Pforte trifft uns dieses Wort Jesu. Es ist mehr als eine Einladung. Es ist ein biblischer Imperativ, ein Auftrag, der allen Christen gegeben ist. Wir sollen barmherzige Menschen werden.
Auf unseren Pilgerwegen hierher haben wir schon bedacht, was das für unser Leben konkret bedeuten kann: Unsere Augen, unsere Ohren, unser Mund, unsere Hände … sollen barmherzig sein.

Auf dem Herz-Leporello, das uns auf unserem Weg begleitet hat, finden wir ein Gebet, das der Heilige Vater für dieses Heilige Jahr empfohlen hat. Es stammt von der polnischen Schw. Faustina, einer besonderen Botschafterin der Barmherzigkeit. So könnte z. B. auch Mutter Teresa, die kürzlich heiliggesprochen wurde, gebetet haben, oder Pater Kentenich, der in seinen letzten Lebensjahren immer wieder vom unendlich barmherzigen Vatergott gesprochen hat.“

Dieses Gebet lautet:

  • Hilf mir, Herr, dass meine Augen barmherzig sind, damit ich niemanden nach äußerlichem Anschein verdächtige und richte, sondern wahrnehme, was schön ist in den Seelen meiner Nächsten und ihnen zu Hilfe komme.
  • Hilf mir, dass mein Gehör barmherzig wird, damit ich mich den Bedürfnissen meiner Nächsten zuneige, dass meine Ohren nicht gleichgültig bleiben für Leid und Klage der Nächsten.
  • Hilf mir, dass meine Hände barmherzig und voll guter Taten sind, damit ich meinem Nächsten nur Gutes tue und schwierigere, mühevollere Arbeit auf mich nehme.
  • Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig wird, dass ich niemals über einen Nächsten abfällig rede, sondern für jeden ein Wort des Trostes und der Vergebung habe.
  • Hilf mir, dass mein Herz barmherzig ist, auf dass ich alle Leiden der Nächsten empfinde, dass ich niemandem mein Herz versage, aufrichtigen Umgang auch mit denen pflege, von denen ich weiß, dass sie meine Gefühle missbrauchen werden.

Unter den Pilgern am Urheiligtum waren Schülerinnen, die der Einladung von Papst Franziskus zum Weltjugendtag nach Krakau gefolgt waren. Auch sie sind in gewisser Weise Botschafterinnen der Barmherzigkeit. Nachdem einige markante Worte des Papstes an die Jugendlichen vorgelesen worden waren, gaben einige Schülerinnen Zeugnis von ihren Erfahrungen in Krakau. In das WJT-Lied „Selig die Barmherzigen“ stimmten dann alle ein.

Die Pilger waren nun eingeladen, auf das Gnadenbild in der Kapelle zu blicken:

„Wenn wir durch die Heilige Pforte ins Heiligtum hineinschauen, fällt unser Blick auf Jesus und Maria. Auf dem Schönstätter Marienbild schaut Jesus nicht zu seiner Mutter auf und seine Mutter schaut nicht ihr Kind an, sondern beide schauen auf uns. Maria zeigt uns ihren Sohn. Es geht ihr immer um ihn. Und es ist, als ob sie immer sagen würde, was sie auf der Hochzeit zu Kana gesagt hat: ‘Was er euch sagt, das tut!’
Damit meint sie heute sein Wort: ‘Seid barmherzig wie der Vater.’

Maria ist für uns eine Schule der Barmherzigkeit. Sie zeigt uns durch ihr Beispiel, wie es geht, barmherzig zu sein.

  • In der Verkündigungsstunde ist ihr Ohr ganz offen für die Botschaft Gottes. Sie lässt sich darauf ein. Auch die Nachricht davon, dass ihre Verwandte sie jetzt braucht, zeigt, dass sie ein offenes Ohr hat und ganz sensibel ist für die Bedürfnisse der Menschen.
  • Mit eiligem Schritt macht sie sich auf den Weg, um ihr zu helfen.
  • Wir können uns vorstellen, dass sie im Haus der Elisabeth Hand angelegt und geholfen hat, wo und wie sie konnte.
  • Sie war eine aufmerksame Frau mit wachen Augen, die sehen, wo etwas fehlt, wie bei der Hochzeit zu Kana, wo der Wein ausging.

Maria zeigt uns nicht nur, wie wir barmherzig sein können, sie will uns auch helfen. Sie wird Mutter der Barmherzigkeit genannt, in Liedern wird sie als Königin der Barmherzigkeit verehrt. Sie kann uns helfen, barmherzig zu sein, wenn wir uns von ihr helfen lassen.“

Mit einem Fürbitt-und Segensgebet endete die Feier am Urheiligtum. Die 13er hatten einen Imbiss vorbereitet und so verlagerte sich das frohe Beisammensein auf den oberen Schulhof.
Das Heilige Jahr geht am 20. November 2016 zu Ende, nicht aber die Einladung, Gottes Barmherzigkeit zu erfahren. Weiterhin führen viele Wege zur Heiligen Pforte. Let’s go!

 



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