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Marienschülerinnen hinterlassen Spuren der Barmherzigkeit · 09.05.2016

Mit ihrem traditionellen Maigottesdienst am 03.05.2016 in der Pilgerkirche setzten die Schülerinnen der Schönstätter Marienschule im außergewöhnlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hat, außergewöhnliche Zeichen. Ein barmherziger Mensch, so formulierten sie, „öffnet sein Herz fremder Not und nimmt sich ihr selbstlos an“. Die Hymne zum Weltjugendtag 2016 „Selig, die Barmherzigen!“, gesungen vom Chor zusammen mit der Schulgemeinschaft, stimmte in die Thematik ein.

Denkanstöße für das alltägliche Leben gab es in reicher Fülle durch beschriftete Fußabdrücke, die auf dem Weg zur Kirche und in der Kirche ausgelegt waren: helfen, trösten, unterstützen, mitfühlen, teilen, fördern, tolerieren, lieben, zuhören, sich engagieren, vertrauen, Geduld haben und viele mehr. Kleine Gesten, wie Freunden zuhören, sie in den Arm nehmen oder mit ihnen das Pausenbrot teilen, drücken Barmherzigkeit aus. Weitere Impulse gaben passende Worte der Lesung: „Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kol 3,12f) Ebenso passte als Anregung die biblische Geschichte vom barmherzigen Samariter. Pater Herter zeigte anschaulich auf, wie leicht Möglichkeiten zu helfen versäumt werden können und wie vielfältig sie sich aber konkret stellen. Bei aller grundsätzlich inneren Bereitschaft zu helfen mangelt es oft am aufmerksamen Blick für die Not des Nächsten und für den Mut zur helfenden Tat.

Diesen Blick hatte die Vorbereitungsgruppe des 12er Jahrgangs mit Schw. Christamaria während der Vorbereitung auf den Gottesdienst bereits geschult. Konkret richtete sie ihn auf die Flüchtlinge, auf Menschen, die in ihrer größten Not ihre Heimat verlassen und in Europa Schutz suchen. Gerade sie brauchen jetzt Unterstützung. Sie hatten durch die Vermittlung von Herrn Ebeling, den Zuständigen der Verbandsgemeinde, Kontakte herstellen können zu Flüchtlingen und Asylanten, meist Syrer, aus der näheren Umgebung. Bei einem ersten Treffen wollten die Schülerinnen erkunden, wie sie denn – vor allem Kindern – helfen könnten. Dabei entstand die Idee, dass jede Klasse für ein Flüchtlingskind eine altersgerechte „Hallo-Beutel“ zusammenstellt. Um sich noch besser kennenzulernen, gab es ein weiteres Treffen, zu dem auch zwei Familien mit Kindern gekommen waren. Dieses hatte einen sehr familiären Charakter: Ein gemeinsames Freitagabendessen. Eine syrische Männergruppe – unter ihnen ein Koch – zauberte in der Lehrküche der Marienschule ein zauberhaftes Buffet. Schülerinnen hatten den Speiseraum festlich hergerichtet. Wartezeiten wurden in der Sporthalle mit Bewegungsspielen aller Art genutzt, wobei sich Große und Kleine wunderbar entspannten – und eine weitere Spiele-Aktion schon angedacht wurde.

Bei den Fürbitten des Gottesdienstes war die Erinnerung an diese Menschen und ihre Schicksale präsent. Das Gebet galt denen, die auf der Flucht sind und eine neue Heimat suchen, denen, die durstig und hungrig sind nach dem Wort der Hoffnung, nach Frieden und Gerechtigkeit, denen, die sich darum bemühen, ihnen Schutz und Herberge zu ermöglichen und denen, die dem Hass gegenüber Fremden entgegentreten, die Türen zum Dialog zwischen Völkern und Ethnien, Kulturen und Religionen zu öffnen versuchen.

Am Ende des Gottesdienstes erfolgte eine für die Schulgemeinschaft ungewöhnliche Einladung: „Papst Franziskus lädt uns alle ein, mit ihm das Jubiläum der Barmherzigkeit zu feiern und durch die Heilige Pforte der Barmherzigkeit zu gehen. Weil aber nicht alle Menschen nach Rom kommen können, schenkt er uns vor Ort Pforten der Barmherzigkeit, so auch in unmittelbarer Nähe unserer Schule, beim Urheiligtum. Dorthin wollen wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Unterwegs möchten wir uns einlassen auf die Idee, die hinter dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit steht. (…)
So möchten wir den Weg nutzen, um uns für andere einzusetzen. Wie kann das gehen?
Wir möchten einem anderen Menschen ganz zuhören, ihm unser Herz öffnen und ihm darin Raum geben. Dazu haben wir mit verschiedenen Flüchtlingen aus der Verbandsgemeinde Vallendar Interviews geführt. Jede von euch erhält ein Blatt, auf dem jeweils ein Flüchtling seine persönliche Situation schildert, von seinen Beweggründen zur Flucht, von seinem Weg bis hierher, von seinen Ängsten und Wünschen erzählt. Jede ist eingeladen, sich mit diesem Einzelschicksal auseinanderzusetzen, sich von dem Betreffenden erzählen zu lassen, sich in ihn hineinzuversetzen und ihn zu verstehen.
Am Ausgang erhaltet ihr ein Teelicht. Ihr seid eingeladen dieses für euren Flüchtling an den dafür vorgesehenen Flächen beim Urheiligtum anzuzünden. Wenn ihr möchtet, könnt ihr dabei für die Flüchtlinge beten.

Wir wollen den Weg schweigend gehen, damit unser Herz ganz bei der Sache ist.“

Unterwegs regnete es. Das gab zusätzlich Gelegenheit, sich ein wenig mit den Menschen zu solidarisieren, die bei schlechtem Wetter unterwegs sind. Ein bunter Kranz von Schirmen umgab schließlich das Urheiligtum.

Noch einmal erklang die Hymne: „Selig die Barmherzigen“, während die Klassenvertreterinnen Gelegenheit hatten, die „Hallo-Beutel“ ins Heiligtum zu bringen.

An den Stufen des Altares türmte sich bald ein Berg mit orignell bemalten, vielfach mit Namen signierten Stofftaschen, aus denen Spielbälle, Stofftiere, Puppen und allerlei Spielzeug hervorragte. Bei einem gemeinsamen Fest werden diese Geschenke demnächst an die Kinder und Jugendlichen weitergegeben.

Mit einem Lied zum Gruß der Mutter der Barmherzigkeit endete die Feier am Urheiligtum. Doch das Wandeln auf den Spuren der Barmherzigkeit geht weiter.

Sr. Christamaria

 



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