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Frühschicht in der Fastenzeit · 22.03.2016

Der Blick von Schülerinnen und Lehrkräften, die am frühen Morgen des 10.03.2016 zur Frühschicht in die Marienschule kamen, fiel auf Steine. Am Eingang der Hauskapelle konnte sich jeder einen Stein aussuchen. Zu Beginn der Meditation wurden alle aufgefordert, ihren Stein in die Hand zu nehmen, die Augen zu schließen, ihn zu umgreifen und zu fühlen.
Der Stein ist “hart und kalt und leblos”, hieß es im Meditationstext, den Herr Becker vortrug. “Vielleicht fühlst du glatte Seiten an deinem Stein, an denen alles herunterperlt. Fühlt er sich an wie ein Handschmeichler? – Vielleicht hat er aber auch kantige Stellen, die dir wehtun und an denen du dich verletzen kannst. Nimm dir ein wenig Zeit und ertaste deinen Stein.
Auf jedem Weg liegen Steine. Kleine und große, Stolpersteine und unüberwindbar scheinende Hindernisse. Steine können uns sprichwörtlich im Weg liegen und uns hindern, glücklich zu sein. So ging es auch Bosse, einem deutschen Gitarristen, Songwriter und Sänger. Er fragte sich: „Wie wird man glücklich?“ Er geht dieser Frage mit seinem neuen Lied Steine nach. Sein Song handelt von verpassten Chancen und der davonrennenden Zeit. Bosse setzt sich mit Dingen auseinander, die uns wie Steine schwer im Magen liegen. Der Song ermuntert dazu, aufzuräumen, sich mit Problemen aus Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen, auch wenn man sich an ihnen fast die Zähne ausbeißt.”

Nach dem Einspielen des Liedes erläuterte Sr. Christamaria, dass Bosse selbst die Situation, vor Problemen wegzurennen nur zu gut gekannt habe. Deshalb habe er allen Mut zusammengenommen und sei seinem eigenen Rat aus dem Song befolgt. Er habe sich mit drei alten Freunden ausgesprochen, mit denen er lange verkracht gewesen war. So habe er Klarschiff gemacht, seine eigenen Steine aus dem Weg geräumt und könne jetzt wieder befreit Musik machen.

Sr. Christamaria lud ein, über Steine im eigenen Leben nachzudenken: “Suchen wir, jede für sich, einen Stein aus, den wir eigentlich schon lange aus dem Weg räumen wollen. Bringen wir diesen Stein ins Rollen, fangen wir jetzt an, ihn wegzuräumen, indem wir ihn in einem ersten Schritt Christus schenken.”
Der Einladung seinen Stein auf dem Altar ablegen, folgten viele Schülerinnen und Lehrer/innen.

Herr Becker brachte einen neuen Gedanken in die Betrachtung ein, als er am Ende der Frühschicht sagte: “Wir haben soeben einen Stein ins Rollen gebracht. Manchmal machen wir aber auch die Erfahrung, dass jemand anders einen Stein, der uns im Weg lag, bereits weggerollt hat. Diese Erfahrung haben die drei Frauen, die in aller Frühe zum Grab Jesu gingen, gemacht. Sie gingen zum Grab, um den Leichnam Jesu zu salben. Unterwegs machten sie sich Gedanken: ‘Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?’ (Mk 16,3). Der Stein nahm einen großen Raum in ihren Gedanken ein, vor allem, weil er ihre Hoffnungen und Träume unter sich begraben hielt. Alleine würden sie ihn niemals aus dem Weg räumen können, denn der Stein war sehr groß, so heißt es im Evangelium. Dann kamen sie zum Grab und stellten voller Erstaunen fest, dass der Stein bereits weggewälzt war. Jemand anderer hatte ihn weggerollt und der Weg für sie war frei für die Osterbotschaft. Jesus Christus lebt, er ist von den Toten auferstanden.
Diese Erzählung aus der Bibel kann uns den Blick öffnen, dass durch Jesu Auferstehung auch die Steine in unserem Leben ins Rollen geraten. Wir können darauf vertrauen, dass uns wie den Frauen, Steine vom Herzen fallen.”

Mit dem gemeinsam gebeten Vaterunser und der Bitte um den Segen schloss diese Frühschicht. Wie im Advent und in der Fastenzeit werden sich auch nach Ostern wieder Frühaufsteher in der Schulkapelle treffen und anschließend gemeinsam frühstücken. So sah es am 03.03.2016 aus:

 



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