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Emilia Gorna in Schottland · 27.05.2014


Die “Landschaft” hinter Aberdeen (manche der Einwohner nennen es auch Mond, weil alles tot ist und kein baum in dieser Umgebung wachsen kann, wegen den starken Winden)

Blog 2: Mein Auslandsaufenthalt in Schottland

Da ich jetzt schon über eineinhalb Monate in Schottland bin, dachte ich, dass es mal Zeit für ein kleines Update ist..

Ich besuche die Harlaw Academy in Aberdeen und ich möchte am besten da nie wieder weg. Der Unterricht ist so viel leichter, als in Deutschland und um ehrlich zu sein auch recht chillig. Freitag war mein letzter Tag in S3 und nächste Woche Montag habe ich meinen ersten Tag in S4 (was unserer 10/11 Klasse entspricht). Ich finde es ziemlich hilfreich, dass ich die Kurse in denen ich eigentlich meine Prüfungen machen müsste nach meinen Stärken wählen durfte und nicht vorgegeben bekommen habe, welche Kurse ich machen muss. Zum Beispiel war Chemie anfangs ein bisschen schwierig für mich, weil meine Klasse Stoff durgemacht hat, denn wir ich in Deutschland noch nicht angefangen habe und so musste ich Chemie nicht weiter machen, sondern bin dafür zum Beispiel in Englisch (überraschenderweise einem meiner besten Fächer) in einen höheren Kurs gekommen. Das funktioniert hier bei allen Kursen so-man wählt ein Fach ab und entscheidet dafür, in welchem Fach du in einen höheren und besseren Kurs kommen möchtest. Wenn sich dann aber nach der Probezeit herausstellt, dass der bessere Kurs dir doch nicht so gut liegt, kannst du gerne wieder den niedrigeren besuchen. So versuchen die PSE Lehrer herauszubekommen, in welchen Fächern du am besten deine Abschlussprüfungen machst.
Leider bin ich in der Zeit der Abschlussprüfungen wieder in Deutschland, was lustiger weise die Lehrer ziemlich traurig macht, weil ich angeblich ja so eine Bereicherung für die Kurse bin. Ich finde es aber wirklich nett von allen, dass sie mich sofort in die Gemeinschaft aufgenommen haben und nicht wollen, dass ich wieder nach Deutschland fliege.

Meine Gastfamilie ist auch richtig cool. Ich wohne mit meiner Tante zusammen im Stadtcentrum und so habe ich es nicht weit, zu den Geschäften. Leider ist meine Schule außerhalb der Stadt und so muss ich jeden Morgen 20 Minuten dahin laufen. Natürlich könnte ich auch den Bus nehmen, aber die sind ziemlich überteuert und überfüllt morgens, deshalb habe ich mich dazu entschlossen die frische Morgenluft zu genießen und etwas gutes für meine Figur zu tun (was leider nicht die Auswirklungen hat, die ich geplant hatte, was aber auch daran liegen könnte, dass ich an geschätzten 10 Starbucks vorbeigehe und ich nicht stark genug bin, nicht hinein zu gehen). Es wird ziemlich viel zuhause gelacht und meine Tante behandelt mich, als ob ich ihre Tochter wäre, was ich echt rührend finde.

Was noch? Ach ja, vielleicht sollte ich mal ein bisschen von meinem ersten Schultag erzählen, auch wenn er jetzt schon ein Weilchen her ist..

Ich muss zugeben, dass ich mehr als nur ziemlich aufgeregt war, doch sobald ich in meinem ersten Kurs war und meine Patinen getroffen habe, hat sich die Aufregung gelegt. Bevor ich nach Schottland kam, habe ich von vielen Leuten gehört, dass ich wegen meiner Nationalität gemobbt werden könnte. Genau das Gegenteil ist eingetroffen- jedes Mal, wenn mich jemand auf dem Schulflur sieht, sagen alle „Guten Tag“, was ich echt total süß finde. Ich möchte jetzt auch nicht behaupten, dass ich unglaublich beliebt bin, oder so etwas in der Art, weil das nicht der Fall ist. Allerdings kann ich mich auch nicht beklagen, dass jemand auch nur versucht hat mich zu mobben, oder dass ich bis jetzt einer Person über den Weg gekommen bin, die was anderes als freundlich zu mir war. In meinen ersten paar Schulwochen musste ich zum Beispiel immer jemanden nach dem Weg zu meinem ersten Klassenraum fragen und auch wenn diese Person nicht unbedingt wusste, wo dieser ist, haben sie immer ihre Freunde gefragt, ob es einer von ihnen weiß, oder haben den Klassenraum für mich gesucht. Keiner lacht wegen meinem Akzent und, wer hätte es gedacht, im Deutschunterricht finden es alle faszinierend, wie ich spreche. Beziehungsweise sind alle erstaunt, wie ich so schnell Deutsch sprechen kann, auch wenn ich mich bemühe im Unterricht langsam zu sprechen.

Zusammenfassend lässt sich sagen (lieber Gruß an meine Klasse), dass der Auslandsaufenthalt ziemlich cool ist, und dass zum Glück KEINE meiner Befürchtungen, wie Mobbing oder Sprachprobleme, wahr geworden ist. Ich genieße die Zeit mega und finde, dass es eine unglaublich wichtige Erfahrung ist. Jedem, der gerne so eine Zeit im Ausland machen möchte, kann ich es nur empfehlen. Ich bin schon Aufgeregt, was so mein nächstes „Schuljahr“ bringen wird. Aber fürs erste, werde ich meine „Activities Week“ genießen, was so ein bisschen die Auszeit zwischen den Schuljahren symbolisiert.

Balmoral Castle – die Sommerresidenz der Königsfamilie in Schottland

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Meine erste Woche in Schottland

Am 29 März bin ich in Schottland, genauer in Aberdeen, gelandet und finde es super hier. Schon am Flughafen hat meine Gastfamilie meine Mutter und mich herzlich empfangen und ich freue mich, dass meine Gastmutter auch meine Tante ist. Als Willkommensgeschenk habe ich einen kleinen Plüsch Schotten erhalten und auf die Frage, warum er denn nichts unter seinem Kilt trägt, hat meine Tante geantwortet, dass es provokant wäre, wenn er denn was an hätte. Daraufhin sind wir alle in herzliches Gelächter verfallen und das erste Eis war gebrochen.


Das “Stadtteilwappen” in einem der vielen Parks in Aberdeen

Nur eine halbe Stunde später sind wir in meinem neues Zuhause im Zentrum von Aberdeen angekommen und natürlich sofort einkaufen gegangen. Glücklicherweise ist der Union Squere (ein ca. so großes Einkaufscenter wie das Forum, nur halt mit cooleren Geschäften, z.B. Hollister, Kate Kiddsson, Super Dry, Apple, etc.) direkt gegenüber. Zum krönenden Abschluss waren wir noch im Restaurant von Jamie Oliver essen.

Für den nächsten Tag war eigentlich ein Besuch in Stoneheaven geplant, allerding mussten wir diesen absagen, denn ich hatte Magendarm. Alle haben sich rührend um mich gekümmert und mir versprochen, dass sobald ich mich besser fühle, wir den Ausflug nachholen.

Am Montag mussten wir schon sehr früh aufstehen, denn bereits um 8:30 musste ich ins City Council, damit mir meine Schule zugeteilt wurde. Ich war verdammt aufgeregt und nervös, da ich mir unsicher war, ob mich überhaupt eine nehmen würde. Wie sich herausgestellt hat, wollten mich gleich zwei gerne aufnehmen und ich besaß die Möglichkeit mir eine auszusuchen. Nach sehr langen Gesprächen mit meiner Familie und der Hilfe von Mrs. Shearer, habe ich mich für die Harlaw Academy entschieden. Gleich am nächsten Tag wurden wir in die Schule eingeladen, damit die Aufnahme endgültig erfolgt.


Das Wappen der Schule

Mein Schulleiter Mr. Inness hat uns sehr herzlich in seiner Schule empfangen und bei unserem Gespräch war auch die S3 Stufenleiterin, Mrs. Lawrence dabei. Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten (mein Schulleiter hat meine Anmelde Papiere verlegt gehabt, sie aber nach wiedergefunden), war es ein angenehmes Treffen. Mr. Inness hat ebenfalls in Koblenz gelebt und das hat mir sofort ein paar Sympathiepunkte eingebracht. Nachdem die ganzen Formulare ausgefüllt waren, mussten Mrs. Lawrence und ich meinen Stundenplan ausarbeiten. Es war verdammt kompliziert, da sie bei jedem Fach nachfragen musste, wie gut bzw. schlecht ich in dem Fach bin und was mir besonders viel Spaß macht. Es gibt für jedes Schulfach 7-8 Kurse: je niedriger die Zahl, desto besser der Kurs. Das muss man sich in etwa so vorstellen, wenn man in sagen wir mal Mathe eine totale Niete ist und noch nicht mal 3×6 rechnen kann, geht man in Kurs 8. Wenn man allerding total der Einstein ist, wird man in Kurs 1 gesteckt.

Da Mrs. Lawrence der Ansicht ist, dass wir auf unserer Schule hervorragend vorbereitet sind, gehe ich in alle 1-er Kurse, mit Ausnahme von Mathe und Sport, in denen ich Kurs 2 besuche. Ich habe auch so coole Schulfächer wie Modedesign oder Klavier, die ich ausgesucht bekommen habe, aufgrund meiner Interessen.

Nach gefühlten zwei Stunden wurden wir dann endlich entlassen, sollten aber am nächsten Tag wiederkommen, für eine Schulführung.

Die Schule ist etwa doppelt so groß wie unsere und unterteilt in 4 Gebäude. Gebäude A für Sprachen, Gebäude B für Mathe und die Cafeteria, Gebäude C für Naturwissenschaften und Gebäude D für Sport und künstlerische Aktivitäten, wie zum Beispiel Modedesign, Kunst oder Theater. Nach nur 5 Minuten war ich bereits verloren und konnte von Glück sprechen, dass Mrs. Lawrence mit mir unterwegs war. Ich habe an dem Tag auch bereits manche meiner Lehrer kennengelernt und Hausaufgaben von meinem Englischlehrer Mr. Kirk aufbekommen. Meine beiden Patinen Amy und Molly durfte ich auch schon treffen und hatte verdammt viel Spaß im Französischunterricht- Mrs. Lawrence und ich haben nämlich meinen Deutschlehrer gesucht und sie war sich ziemlich sicher, dass es dieser Lehrer war, also sind wir in seinen Klassenraum gegangen, damit ich ihn kennenlernen kann, doch er hat in dem Moment Französisch unterrichtet und versucht mich in seinen Unterricht zu involvieren. Vergeblich.

Wie sich herausstellte ist eine private katholische Mädchenschule direkt nebenan und meine Mathelehrerin hat sich bestimmt 10 mal dafür entschuldigt, dass ich wahrscheinlich eher an so eine Schule gewöhnt bin, aber dass die Harlaw Academy eine der besten Schule Aberdeens ist und sie alles machen werden, damit ich mich wohl fühlen werde. Es war verdammt cool da und nach der Führung wurden wir direkt in den nächsten Laden geschickt, damit ich meine Schuluniform kaufen kann. Diese ist mega chillig, denn ich brauche eigentlich nur das Oberteil mit dem Schulwappen tragen und ansonsten ist es egal. Ich freue mich richtig dolle auf die Zeit auf meiner neuen Schule, allerdings beginnt diese erst am 22 April, weil sie ich jetzt Ferien habe.

Momentan bin ich echt gespannt was die nächsten Wochen bringen werden…

Viele Grüße,
Eure Emilia


Ein Farmhaus, dass ich mit der Schule besucht habe aus dem Jahr 1920

 


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