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Besuch von Schwester Nicolette aus Burundi · 26.05.2013

Gerade für die langjährigen Mitglieder der Burundi-AG bot sich am 17. April 2013 die Gelegenheit, Wissenswertes über die afrikanische Partnerschule zu erfahren. Denn an diesem Tag stattete die aus der Schweiz stammende Marienschwester Nicolette der Marienschule einen Besuch ab, bei dem sie exklusiv für die Burundi-AG, aber auch für Interessierte der Mittelstufe einen Vortrag hielt.

Zu Beginn erläuterte sie die Lage und die grundsätzliche Organisation der dortigen Mädchenschule, die sich in der burundischen Stadt Mutumba befindet. Es handelt sich hierbei um ein Internat, bei dem die Eltern große Teile des Schulmaterials selber aufbringen müssen. Die obligatorische Schuluniform und sonstige Materialien wie Hefte und Stifte belasten die mittellosen Familien besonders. Untergebracht werden die Schülerinnen in dürftig ausgestatteten Schlafsälen – über hundert in einem Raum –, wobei nicht einmal jedes Mädchen ein Bett für sich alleine hat. Dass das Internat vollkommen überfüllt ist, liegt an dem Schulsystem Burundis, das vorgibt, wie viele Schüler in die jeweilige Schule zu gehen haben.
Für die Mädchen gestaltet sich der Tagesablauf im Internat folgendermaßen:

Jeden Morgen müssen sie um sechs Uhr aufstehen und sich in einer „Studium“ genannten Übungsphase auf die Schule vorbereiten und Hausaufgaben des Vortags fertig stellen. Es folgt eine erste Unterrichtssphase bis zur Mittagszeit, bei der alle Informationen in Hefte niedergeschrieben werden müssen, da Schulbücher nur sehr rar zum Einsatz kommen und auch jegliche technische Ausstattung der Klassenzimmer für bis zu 80 Schülerinnen selbstverständlich nicht vorhanden ist. Das Mittagessen wird dann ab 13 Uhr von den Jugendlichen mit vorbereitet. Typische Mahlzeiten in Burundi sind Gerichte mit Mais, Maniok und Bohnen. Neben der Zubereitung der Speisen müssen die Mädchen zum Kochen auch Wasser herbeitragen, da fließendes Wasser in der Schule nicht garantiert werden kann. Außerdem kümmern sie sich selbst um das Spülen ihres Geschirrs und ihrer Kleidung. Am frühen Nachmittag können die Schülerinnen zunächst eine ausgiebige Mittagspause einlegen und anschließend mit dem „Studium“ fortfahren. Neben dem Unterricht werden an der Schule auch einige AG’s angeboten, wie beispielsweise Theater, Tanz und Sport. Nachdem die Schülerinnen um 21 Uhr ihr „Studium“ beendet haben, gilt im Schlafsaal strikte Bettruhe.

Abgesehen von dem noch mangelhaften Zustand der Schlafsäle und Klassenräume hat sich schon viel an der Ausstattung des Internats verbessert. Einige Entwicklungen lassen sich gewiss auch auf die Schulpartnerschaft der SMS zurückführen, da beispielsweise an Stelle einer maroden Schulküche nun außerhalb des Schulgebäudes eine neue errichtet werden konnte. Außerdem haben schon viele Schülerinnen bei der Anschaffung ihrer Schuluniform und sonstiger Unterrichtsmaterialialien und Hygieneartikel konkret Unterstützung erfahren. Die Burundi-AG erinnert sich noch gut an die schweren Pakete mit Schulbüchern und Nachschlagewerken, die sie nach Burundi schickte. Damit wurde der Grundstock für eine Schulbibliothek gelegt. Des Weiteren ermöglicht die SMS neue Einrichtungsgegenstände wie Tische und Bänke und gibt den Mädchen ärmerer Familien die Möglichkeit, an Weihnachten nach Hause zu fahren.

Nach dieser Vorstellung ihrer Schule gab Schw. Nicolette den Schülerinnen noch die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen. Vor dem Hintergrund, dass trotz großer Bodenfruchtbarkeit Burundi 2013 von den Vereinten Nationen zum fünftärmsten Land der Welt erklärt wurde, wollten die Anwesenden die Ursache der großen Armut erfahren. Als ein Grund nannte Sr. Nicolette die unsichere politische Lage.
Die Rede kam auch auf die Kirche. Religion spielt im Leben von vielen Burundiern eine zentrale Rolle. Sr. Nicolette berichtete begeistert von den allwöchentlichen Gottesdiensten mit 300 Besuchern und bis zu 10.000 Gläubigen an größeren kirchlichen Feiertagen. Auch vor dem Hintergrund, dass allein an Ostern in einer einzigen Gemeinde in Mutumba 400 Taufen vollzogen wurden, sieht die Marienschwester die Lage der Katholiken auch für die Zukunft positiv.
Der Vortrag Sr. Nicolettes zeigte allen Anwesenden deutlich, dass die Arbeit der Burundi-AG und die Schulpartnerschaft für beide Seiten reiche Früchte trägt.
Verena Lörsch

 



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