staatlich anerkannte Privatschule
Mädchenrealschule, Mädchengymnasium, Ganztagsschule Home Lageplan Kontakt Impressum
Schule  Gemeinschaft  Gymnasium  Realschule  Orientierungsstufe  MSS  GTS  AGs  Nachrichten  Termine  Service 
 

Schwester Rosemaria Spelthahn

Schwester Rosemaria Spelthahn ist von uns gegangen (+2005)

Schwester Rosemaria Spelthahn
Oberstudiendirektorin a.D.
geb. 2.8.1937, gest. 5.6.2005

40 Jahre lang hat sie das Gesicht der Schönstätter Marienschule entscheidend mitgeprägt. Am 5. Juni 2005 hat Gott ihr reiches Leben vollendet.

Schwester Rosemaria wurde am 2. August 1937 in Düsseldorf geboren. In Linz/Rhein besuchte sie das humanistische Gymnasium. Danach studierte sie in Bonn Germanistik, Theologie und Philosophie und absolvierte die Referendarzeit in Jülich und Aachen.

Ihre geistige Heimat war die Spiritualität Schönstatts. Während des Studiums hatte sie zweimal die Möglichkeit, dem Gründer, Pater Josef Kentenich, in Milwaukee/USA zu begegnen. Dies hat ihr Leben tiefgehend geprägt und führte zur Entscheidung, ihr Leben in den Dienst des Schönstattwerkes zu stellen. 1964 trat sie in das Institut der Schönstätter Marienschwestern ein. Neben ihrer Berufsarbeit engagierte sie sich auf vielfältige Weise in verantwortlichen Aufgaben der Gemeinschaft.

Seit 1963 wirkte Schwester Rosemaria an der Schönstätter Marienschule. 1974 wurde sie stellvertretende Schulleiterin, von 1989 bis zu ihrer Pensionierung 2002 trug sie die Verantwortung als Schulleiterin.

Schwester Rosemaria hat als geistiger Mittelpunkt den inneren und äußeren Aufbau der Schule gestaltet. Optimistisch nach vorne schauend, entwickelte sie mutig, doch mit Realitätssinn, weite Perspektiven, die förderlich waren für das Ansehen der Schule in der Region.

1992 initiierte sie den Aufbau eines Realschulzweiges neben dem Gymnasium. Sie strukturierte das Miteinander beider Schularten, sorgte zielgerichtet für die Erweiterung der Raumkapazität und für angemessene und zeitgemäße Ausstattung der Fachräume. Im Jahr 2000 regte sie in Zusammenarbeit mit den Eltern und mit Unterstützung der Landkreise und Kommunen einen wichtigen Schritt zur finanziellen Sicherung der Privatschule an: die Gründung einer gemeinnützigen rechtsfähigen Förderstiftung. Noch in der letzten Zeit ihrer schweren Krankheit engagierte sie sich beim Aufbau eines Netzwerkes für die Ehemaligen.

Zu den vielfältigen Aktivitäten nach außen kamen zahlreiche Anregungen und Impulse für das Schulleben und den Unterricht. Entsprechend ihrem ganzheitlichen pädagogischen Ansatz förderte Schwester Rosemaria Schwerpunktbildungen im musischen, künstlerischen und naturwissenschaftlichen Bereich, um nur einiges zu nennen.

In einer von christlichen Grundsätzen geprägten Schule hat die personale Dimension Priorität vor der organisatorischen. Schwester Rosemaria folgte in ihrem pädagogischen Wirken dem Leitwort Pater Kentenichs: Erziehen heißt selbstlos dem Leben dienen. Entsprechend forderte und förderte sie eine Schulkultur und ein Schulklima, in dem der personale Umgang zwischen Lehrern und Schülerinnen von ausschlaggebender Bedeutung ist. Durch ihre unkomplizierte, fröhliche Art, ihre Zuwendung zum Menschen, ihr Wohlwollen und ihre Kommunikationsfähigkeit entstand ein Lebensraum, in dem Kinder und Jugendliche Respekt und Freiheit erfahren und in dem deshalb Lernen, Leistung, Selbständigkeit und Übernahme von Verantwortung möglich wird.

Die Vermittlung von Wissen und Werten gehörte für Schwester Rosemaria immer zusammen. Sie wollte mitwirken, jungen Menschen einen Zugang zum Glauben zu eröffnen und sie nach dem Vorbild und mit Hilfe Mariens zu selbständigen Persönlichkeiten zu erziehen. Durch Wort und Beispiel brachte sie ihnen nahe, was ihr eigenes Leben so reich geprägt hat: die Integration von Glauben und Leben, von Glauben und Wissen, von Glaube und Kultur als Fundament für eine christliche Gesellschaftsordnung. Dabei achtete sie stets darauf, dass außerunterrichtliche religiöse Angebote nur Impulse für die freie Entscheidung waren.

Ihr Idealbild war eine lebendige Schule, ein Haus voller Leben. Dabei ließ sie sich inspirieren durch alles, was ihr entgegengebracht wurde. Sie war stets offen für Neues – Zeichen ihrer geistigen Vitalität und ihres lebendigen Glaubens, der in jeder Situation nach dem Willen Gottes fragte und sich tatkräftig für seine Verwirklichung einsetzte. Motivation für ihren unermüdlichen Einsatz waren die apostolischen Ziele Schönstatts. Die Kraft dazu schöpfte sie im Gebet im Gnadenheiligtum und aus der Verbundenheit im Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter und Königin von Schönstatt.

Traurig nehmen wir Abschied von Schw. Rosemaria, für die die Schönstätter Marienschule ein wesentlicher Teil ihres Lebens war und der die Schule so viel Leben verdankt. Sie hat Zeichen gesetzt und bei Generationen von Schülerinnen und im Kollegium Spuren hinterlassen. Uns tröstet die gläubige Gewissheit, dass ihr reiches, zuletzt durch schweres Leiden gezeichnetes Leben Erfüllung finden wird in der Gemeinschaft mit Gott.