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Bis auf 164 Meter über dem Grund... · 3.07.10

... turnten Schülerinnen der 10c und 10d mit Frau Dr. Derental, Herrn Bleyenberg und Herrn Girmann, als sie die Leiter zur Aussichtsplattform im Braunkohle-Kraftwerk in Niederaußem (Nähe Köln) erklommen.

Zuvor waren sie im wild-romantischen Schlosspark von Schloss Paffendorf unterwegs und hörten sich nach einem Bad in der Sonne an, weshalb und wie man in der ganzen Umgebung seit den 50er Jahren in großem Maßstab Braunkohle zu Tage bringt und anschließend verfeuert.
Die freundliche Dame, die uns im Schloss mit allerlei gigantischen Zahlen zum Fördervolumen eines Schaufelradbaggers, Größen und Leistung von Kraftwerken beeindruckte, tat dies erneut bei der anschließenden Führung durch das nahe gelegene Kraftwerk Niederaußem. Wir konnten den neuesten Kraftwerks-Block besichtigen, der erst vor zwei Jahren eingeweiht worden war. Direkt nebenan stehen hohe Kühltürme, aus denen dicke Wolkenschwaden ziehen. Aus nächster Nähe wirkt alles noch größer, als man es von Bildern kennt.

Bedenkt man, dass ein Wartungstechniker eine Dreiviertelstunde (wie lange die manchmal sein kann, wissen wir!) braucht, um die Leiter vom Boden bis zum Rand des Kühlturms zu erklimmmen, hat man eine ungefähre Vorstellung von dessen Höhe.
Uns half der Lastenaufzug auf den Ofen… die dreistellige Digitalanzeige sprang bis auf 152 Meter. Oben angekommen, bot sich uns ein toller Rundumblick von der hohen Aussichtsplattform.

Anschließend ging es durch die Kohle-Zerkleinerung mit Hammerbrechern und auf das „Dach“ der Ofenkammer, wo uns immer noch stolze 42°C aufwärmten.
Durch den Fußboden hindurch konnte man von hier an Stahlträgern und Rohren vorbei rund 140 Meter tiefer schauen.

Im benachbarten Turbinenraum konnte man unsere Führerin kaum noch verstehen, weil die vom Dampf angetriebenen Turbinen die Welle mit 3000 Umdrehungen pro Minute drehen und den Boden unter unseren Füßen wackeln ließen. Deshalb ist dieser ganze „gelbe Bereich“ nicht fest mit dem Boden verbunden, sondern an Stahlseilen aufgehängt. Die Welle treibt, wie beim Fahrrad, einen Dynamo – ähh – Generator an, der Strom liefert.

Dieser Strom geht zu einem kleinen Teil wieder zu den Pumpen und anderen Maschinen des Kraftwerks zurück, der größte Teil landet aber über dicke Transformatoren im öffentlichen Stromnetz. Ach ja, die Pumpen – eine Kühlwasserpumpe benötigt 5000 Kilowatt in einer Stunde, also 5000 kWh. Zum Vergleich – ein Drei-Personen-Haushalt kommt mit 3500 kWh ein ganzes Jahr lang aus.

Die Betreiberin des Kraftwerks und der Gruben, die Firma RWE, engagiert sich aber auch für die Verbesserung der Technik zugunsten der Umwelt: So wird das Rauchgas der Braunkohle-Verbrennung durch Elektro-Filter zu 99% von Asche gereinigt. Das immer noch enthaltene, giftige Schwefeldioxid wird über Auswaschung mit einer Kalklösung in Calciumsulfat, auch unter dem Namen Gips bekannt, umgewandelt. Mit diesem Gips werden in einer benachbarten Firma direkt Produkte, wie z.B. Dämmplatten, hergestellt.

Den Braunkohle-Tagebau mit seinen gigantischen Schaufelrad-Baggern konnten wir leider nicht direkt besuchen, daher fuhren wir mit dem Bus in einigen Umwegen zu einem Aussichtspunkt an einem riesigen Loch in der Landschaft, wo auf der einen Seite Bodenschichten abgetragen und auf der anderen Seite wieder aufgeschüttet werden, um an die darunter liegende
Braunkohle zu kommen. Wie groß das alles war, fiel uns erst auf, als wir kleine weiße Punkte vor langen Staubwolken sich bewegen sahen – bei längerem Betrachten entpuppten sich diese weißen Punkte als VW-Busse, die Menschen zu den Baggern brachten.

Die Rückfahrt verbrachten wir ohne Pause. Im Bus konnten wir dann leider keine Musik der Band „Kraftwerk“, die so schön gepasst hätte, doch reichlich andere „Oldies“ aus den 80er und 90er Jahren hören. Schließlich waren wir schon eine Stunde früher als erwartet zurück in Schönstatt.

 



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