Toskanninis on tour – wanna buy a rolex? · 29.04.10

Am 16.4.2010 traten die Toskanninis der Schönstätter Marienschule Vallendar, bestehend aus über 30 Schülerinnen sowie den drei Stammkurslehrern, die große Reise nach Figline Valdarno in die Toskana an. Im Folgenden nun einige Eindrücke unserer Bildungsreise/ Studienfahrt oder wie auch immer man sie bezeichnen möchte.
Freitag, 16.4.2010
22.00 Uhr : Nach einem großen Abschiedszenario geht es endlich los. 13 Stunden Busfahrt mit einigen Tunneln, vor denen es so manchem graut, da man bereits im Fernsehen einige Horrorszenarien in Tunneln gesehen hatte, einem netten Busfahrerehepaar und alle 2 Stunden Pause, die auch den letzten wieder aus seinem Schlaf reißen, liegen vor uns. Während der Fahrt werden bereits erste Widmungen ins Logbuch geschrieben, welches uns immer an diese schöne Fahrt erinnern soll.
Samstag, 17.4.2010
11.00 Uhr : Ankunft in Pisa. Jeder behauptet den schiefen Turm zuerst gesehen zu haben. Etwas verschlafen und „vergammelt“ ( zumindest die, die sich beim Ruckeln des Busses das „restaurieren“ nicht zutrauten ) werden das Baptisterium, der Dom und ein uns allen wohl bekannter etwas schief geratener Turm unsicher gemacht. Dabei dürfen natürlich die typischen „ Ich halt den Turm mit der Hand fest und grins dabei in die Kamera „ – Bilder nicht fehlen. Wir machen erste Erfahrungen mit dem italienischen Straßenverkehr. Uns ist klar das man hier nur nach dem Motto : „Augen zu und durch“ oder „ Wer bremst verliert“ überleben kann.

16.00 Uhr : Ankunft in der Casa Nuova in Figline Valdarno. Ein altes Bauernhaus mitten in den Weinbergen zwischen Olivenhainen und jenseits von aller Zivilisation. Katzen, Hunde und Frösche werden für die kommende Woche unsere Mitbewohner sein. Aus der Küche kommt ein köstlicher Geruch welcher nach der langen Busfahrt unsere Herzen höher schlagen lässt. Frau Besancon, die Inhaberin der Casa begrüßt uns mit einigen warmen Worten und dann können wir endlich das stets frisch zubereitete Abendessen genießen.
Nachdem wir die Gegend erkundet und einige Pläne für die kommende Woche geschmiedet haben fallen alle todmüde von der anstrengenden Fahrt in ihre Betten und träumen von den schönen Dingen, die die nächste Woche für sie bereit hält.

Sonntag, 18.4.2010
8.00 Uhr : Nach einem sehr liebevoll gestalteten Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Florenz. An die Zugfahrt, welche durch einige Tunnel führt und dadurch sehr starken Druck auf den Ohren verursacht, werden wir uns wohl nie gewöhnen, aber Hauptsache die anwesenden Italiener, welche diese Unannehmlichkeit wohl kaum zu interessieren scheint, haben ihren Spaß mit uns.
10.00 Uhr : Ankunft in Florenz. Frau Kluge führt uns erst einmal durch die Stadt um uns einen groben Überblick über die interessantesten Sehenswürdigkeiten und natürlich auch die besten Eisdielen zu geben. Nun haben wir einige Zeit um in Gruppen durch die Stadt zu gehen, wobei wir immer wieder von aufdringlichen Verkäufern, die uns Uhren und Taschen teurer Marken für wenig Geld versprechen belästigt werden.
13.30 Uhr : Besuch der Medicikapelle. Hier entdecken wir die Grabmäler einiger Mitglieder der Medicifamilie, welche früher einen großen Einfluss in Florenz hatte. Skulpturen und andere Kunstwerke berühmter florentinischer Künstler wie Michelangelo und da Vinci werden bestaunt. Nach so viel Kultur ist es uns dann gestattet uns auch kulinarisch weiterzubilden. Die Eisdiele mit dem angeblich besten Eis von Florenz wird von uns in Beschlag genommen und so genießen wir das italienische Wetter beim, wie viele behaupten, besten Eis der Welt ( sie wurden im weiteren Verlauf der Fahrt eines Besseren belehrt).

15.00 Uhr: Nach dieser kulinarischen Sünde lassen es sich viele nicht nehmen, den Glockenturm Campanile di Giotto, welcher sich neben dem Dom befindet, zu besteigen um die zu sich genommenen Kalorien wieder abzutrainieren. Bei 414 Stufen ( insgesamt 828) und wenig Platz während des Auf – und Abstiegs stellt sich das als mühselig und langwierig dar. Dafür werden wir dann, endlich angekommen, mit einem überwältigenden Blick über Florenz und das Umland mit den grünen Hügeln belohnt.

17.00 Uhr : Müde aber voller neuer Erfahrungen fahren wir mit dem Zug zurück nach Figline Valdarno um dort den Abend nach einem wieder mal leckeren Abendessen mit gemütlichem Beisammensein und Gesellschaftsspielen ausklingen zu lassen.
Montag, 19.4.2010
8.45 Uhr : Frisch „restauriert“ und nach dem Frühstück gut gestärkt machen wir uns auf den Weg nach San Gimignano, welches durch seine hohen Türme auch das Manhatten des Mittelalters genannt wird. Diese erblicken wir dann auch nach einer etwa 1 stündigen Busfahrt direkt als erstes und eine allgemeine Bewunderung aufgrund der enormen Bauleistung für die damalige Zeit macht sich breit.
11.00 Uhr : Voller Begeisterung erblicken wir die Eisdiele mit dem prämierten besten Schokoeis der Welt. Das dieser Titel zurecht vergeben wurde müssen wir natürlich sofort testen und auch die kritischste Testerin muss gestehen, dass dieses Eis wirklich den Titel „Bestes Eis der Welt“ verdient hat.

In den kleinen Gässchen von San Gimignano findet so manche etwas für die daheim gebliebenen aber nach 2 Stunden Aufenthalt ( die einige mal wieder auf einem Turm verbrachten) machen wir uns schon wieder auf den Weg nach Siena.
14.00 Uhr : Ankunft in Siena. Dort fasziniert uns zunächst einmal die ewig lange Rolltreppe, welche uns schnell und ohne Mühe vom unteren in den oberen Teil der Stadt transportiert. Bei strahlendem Sonnenschein sind viele der Meinung, dass es sich eher lohnen würde auf dem großen Platz vor dem Rathaus, auf dem zweimal im Jahr das weltberühmte Pferderennen „Palio“ stattfindet, in der Sonne zu liegen und sich zu bräunen. Angespornt von unseren drei hoch motivierten Lehrern schaffen es dann am Ende doch noch alle in den kühlen Dom von Siena, welcher trotz seiner Größe eigentlich nur der kleinere Teil des Doms werden sollte, was allerdings durch unglückliche Umstände wie z.B. die Pest verhindert wurde.

Im Anschluss kehren wir zurück auf den Piazza del Campo um uns dort den „Fonte Gaia“, einen Brunnen im römischen Stil anzugucken. Den Rest der Zeit verbringen wir mit Pizza essen, sonnen und bummeln bevor es zurück zur Casa geht.
Dienstag, 20.4.10
8.00 Uhr : Da der heutige Tag nicht so straff durchorganisiert sein würde wie die vorigen dürfen wir alle mal „ausschlafen“ und uns erst kurz vor dem Frühstück aus unseren Betten erheben. Dann wartet allerdings ein Fußmarsch ins Tal auf uns bei dem sich viele schon nach der Hälfte des Weges sicher sind, dass sie diesen Berg bestimmt nicht wieder hoch laufen würden.
Unten angekommen erkunden wir den örtlichen Markt und probieren allerlei heimische Delikatessen wie Käse oder frisches Obst.
Ohne Sprachkenntnisse ist es dann relativ schwer ein Taxi zu finden aber am Ende wurden dann doch noch alle faulen bzw. nicht lebensmüden fündig, auch wenn das Taxi eher einem Privatauto glich. Hauptsache gut und bequem angekommen! Einige mutige ließen es sich trotz hoher Temperaturen dann doch nicht nehmen den Berg zu Fuß zu bezwingen.
Nach dieser mehr oder weniger großen Anstrengung hatten wir es uns dann verdient am Nachmittag die Seele baumeln zu lassen. Wer allerdings immer noch nicht genug hatte fuhr mit Hr. Wagner nach Arezzo um noch mehr von der Schönheit der Toskana mit ihren kleinen Städtchen aufzusaugen. Alle anderen ( fast alle) zeigten sich als wahre Sonnenanbeterinnen und schwärmten über das bisher Erlebte. Dabei wurden auch die armen Römer nicht vergessen, die vor einigen Wochen noch so froh über ihre Flugreise waren und nun zu Hause bleiben mussten. So manche Schadenfreude machte sich breit.
Zu guter letzt ließen wir diesen Tag mit unseren Goldkehlen ausklingen und stellten unser Talent bei einigen Runden Singstar unter Beweis, wobei es sich auch Fr. Bürger nicht nehmen ließ, ihr Gesangstalent zu präsentieren.
Mittwoch, 21.4.2010
8.45 Uhr : Fahrt nach Volterra. Diese von den Etruskern erbaute Stadt ist berühmt für Alabasterabbau und – verarbeitung. Nach einer kurvigen Fahrt, die so manche mit einem flauen Gefühl im Magen beendet, kommen wir in Volterra an. Das römische Theater und die Thermalbäder, welche noch gut erhalten sind, werden genauer unter die Lupe genommen.

Einige mutige wagen sich ins „Museo della tortura“ ( = Foltermuseum) um etwas über die grausigen Methoden der früheren Zeit zu erfahren.
Ein weiterer Renner sind die vielen kleinen Alabastergeschäfte in denen man für jede Geldbeutelgröße etwas erwerben kann. Da Volterra viele enge und dunkle Gassen hat, in dem sich so manche mindestens einmal verlaufen hat, wird diese Stadt später einmal Stoff für eine uns wohl bekannte Gruselgeschichte sein. Außerdem ist die Stadt der Schauplatz der „Biss“ – Reihe.
14.00 Uhr : Endlich das lang ersehnte Highlight: das Meer! Nach einer kurzweiligen Fahrt erreichen wir die Küstenstadt Cecina. Einige mutige, oder solche die noch nicht unter Halsweh, Schnupfen etc. leiden, trauen sich sogar ins ( gefühlte 5 ° C) kalte Wasser. Leider geht die Zeit am Meer wieder viel zu schnell vorbei, sodass wir die Rückreise zur Casa antreten müssen wo wieder ein tolles Abendessen auf uns wartet.
Donnerstag, 22.4.2010
Am letzten Tag in der Toskana steht wieder einmal Florenz auf dem Plan. Verursacht durch Tickets, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind erreichen wir die Stadt mit mehr als einer Stunde Verspätung, wobei zu allem Überfluss die Tickets am Ende beim Schaffner doch nicht gefragt waren.
Als erstes steht die größte Franziskanerkirche Italiens, Santa Croce auf dem Programm, wo sich die Grabmäler von berühmten florentinischen Persönlichkeiten wie Galileo Galilei und Michelangelo befinden. Nach längerem Warten und einiger Hektik mit dem italienischen Personal bestaunen wir die Grabmäler und viele haben dann kein wirklich gutes Gefühl bei dem Gedanken sogar auf Gräbern zu stehen. Zudem gibt es einen wunderschönen Innenhof und große Gemälde zu bestaunen.

Am Nachmittag besichtigen dann viele unter uns Museen wie die Uffizien. Die Kunstbanausen nutzen die Zeit um noch ein paar letzte Dinge zu kaufen oder sich noch einmal unter der italienischen Sonne zu bräunen. Die letzten Karten werden geschrieben und wichtige Dinge, welche unbedingt für die Nachwelt festgehalten werden müssen, ins Logbuch geschrieben.
Zurück in der Casa verbringen einige ihre Zeit mit Koffer packen und alle haben sich als Ziel gesetzt lange aufzubleiben um am nächsten Tag auf der Rückfahrt schlafen zu können ( klappte allerdings nur teilweise).
Freitag, 23.4.2010
Der Tag der Rückfahrt beginnt früher als die anderen Tage, da die Koffer früh nach unten gebracht und im Bus verstaut werden müssen. Da es regnet fällt der Abschied etwas leichter als gedacht, aber wie lautet doch der schöne Spruch der bereits auf der Hinfahrt entstanden ist : „Wenn Engel reisen weint der Himmel!“
Dank stockendem Verkehr bei Mailand und einiger Wartezeit vor dem Gotthardtunnel dauert die Rückfahrt länger als gedacht und wird glücklicherweise bei einem uns allen wohl bekannten Fastfood Restaurant unterbrochen. Um 23.30 Uhr kommen wir wieder wohl behalten in Vallendar an, wo wir von einem großen Empfangskomitee willkommen geheißen werden.

Zum Abschluss möchten wir dem Ehepaar Kimmel danken, die uns während der gesamten Tour immer sicher ans Ziel gebracht haben und beim Holz nachlegen immer zur Stelle waren ;-) .
Außerdem sagen wir unseren drei Stammkursleitern Frau Bürger, Frau Kluge und Herr Wagner danke, da sie immer ein offenes Ohr für uns hatten und so einiges mit uns mitmachen mussten.(Sabrina Kreuter, MSS 12)
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