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Geh‘ Wege, die noch niemand ging – Abiröschen 2010 feierten Abitur · 20.03.10Noch eine Woche vorher hätte niemand damit gerechnet, an welch schönem 19. März die Abiturientia 2010 in Gottesdienst, Zeugnisübergabe und Feier ihren Abschied von der Schönstätter Marienschule nehmen würde. Umso erfreulicher, wie das Licht durch das Fenster im Hauptchor der Wallfahrtskirche der Pallotiner strömte, um den Raum des ökumenischen Gottesdienstes unter der Leitung von Frau Weiß und Generalvikar Dr. Schwaderlapp feierlich zu erhellen. Symbolisch, dass da 54 junge Frauen im Festtagsgewand in aller ihrer Pracht gegen Gottes gute Sonne nicht konkurrieren konnten und wohl auch nicht wollten, denn sie waren bewusst zu Beginn des feierlichen Nachmittags in die Kirche gekommen, in die sie vor 9 Jahren voller Vorfreude und Neugierde eingezogen waren, um ihren ersten Schultag unter den Segen Gottes zu stellen.
Heute blickten sie in dem von ConSpirit professionell musikalisch gestalteten Gottesdienst zwar auch zurück, vor allem aber nach vorn. Der Gedanke, unter den sie ihn gestellt hatten, lautete: „Gehe Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterlässt.“ Versinnbildlicht wurde das Motto durch eine Spur von Schuhen, die den Mittelgang zierten.
So vielfältig wie diese Schuhe sind sowohl die Spuren, die die jungen Damen mit Gott und ihren Mitmenschen in der Schönstätter Marienschule gegangen sind, aber wohl auch die, die sie noch gehen werden. In seiner Predigt wies Generalvikar Schwaderlapp auf die zentrale Herausforderung hin, der sich junge Christen heute stellen müssen: Gott, sich selbst und den anderen etwas zuzutrauen.
Nach dem Gottesdienst war Gelegenheit für einen Schluck Sekt und zwanglose Gespräche in der mit Rosen geschmückten Mensa.
In der Aula der Marienschule eröffnete nach grandiosem Einzug der Abiturientia das Schulorchester unter Frau Jocks die offizielle Zeugnisfeier, die sich zugleich von vier langjährigen Musikerinnen verabschieden musste.
Frau Niklas-Wirth, die als Oberstufenleiterin mit diesem Abiturjahrgang ihre Premiere feierte und dafür mit reichlich Applaus bedacht wurde, verlas die Grußworte von Herrn Wünsch und Herrn Bücher, die aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen leider nicht an der Feier teilnehmen konnten.
Es folgte die Rede von Sr. Anneclaire, die zunächst das Motto des Abiturjahrgangs „Abiröschen 13 Jahre nur geträumt“ ironisierte, um dann dem positivistischen Motto den Aspekt der Dornen mitzugeben. Die Schule sei eben auch in der Darstellung als Rosenhecke durchaus auch nicht ohne Dornen gewesen und es sei eine Frage der Sichtweise, ob man darüber traurig sei, dass Rosenhecken auch Dornen trügen oder sich darüber freuen könne, dass eine Dornenhecke Rosen trage. In einem zweiten Teil reflektierte die Schulleiterin über den Aspekt des Träumens. Sicher sei mit dem Motto nicht gemeint gewesen, dass man die 9 Jahre an der Marienschule verschlafen habe – Träume hingegen seien notwendig und positiv. Sie hätten eine Filterfunktion und vernetzten Gelerntes. Von den Schülerinnen könne man zweifelsohne sagen, sie seien ein je einzigartiger Traum Gottes und Träume generell die vergessene Sprache Gottes.
Am Namenstag von Sr. Josit ließ es sich Sr. Anneclaire natürlich auch nicht nehmen, auf das Wirken der langjährigen Stellvertreterin und jetzigen Provinzoberin der Marienschwestern hinzuweisen, was mit anhaltendem Applaus quittiert wurde.
Die Schülersprecherinnen hatten für ihre Rede das Motiv der Rose ebenfalls gründlich reflektiert und es gelang ihnen, witzig und zugleich nachdenklich ihre guten Wünsche sprachlich und dann auch in Form einer Rose den Abiturientinnen mit auf den Weg zu geben.
Die Vertreterinnen der Elternschaft des Jahrganges wünschten ihren Töchtern für die Zukunft alles Gute und hatten als Überraschungsgeschenk eine dreistöckige, natürlich mit Rosen verzierte Torte mitgebracht, die zu später Stunde im Saal in Urbar vorzüglich mundete.
Als Sr. Gabriele und Herr Claessen, letzterer merklich genervt, an Pulten auf der Bühne Platz nahmen, wurde nicht nur den beiden klar, dass hier der dritte Stammkursleiter im Bunde, Herr Karl, abgängig war. Die beiden nutzten die Zeit, um ihre gegensätzlichen Sichtweisen auf die zu überreichenden Rosen einander anzunähern. Eines war bis zu dem Zeitpunkt klar geworden: Herr Claessen favorisierte die Plastikrose wegen ihres deutlich gesteigerten Nutzwertes.
Just in diesem Moment erschien Herr Karl mit einem eindrucksvollen Bouquet aus 54 Rosen und zugleich deutlich irritiert von der empörten Reaktion des Kollegen. Die drei Stammkursleiter blieben in dem nun folgenden launigen Trialog durchaus nicht nur im Comedy-Bereich (den sie aber durchaus beherrschten, was die Lachsalven des Publikums klar belegen). Ihre Wünsche an die Abiröschen 2010 waren sehr ernst gemeint und wurden auch so verstanden. Dass die drei am Ende ihres Auftritts das Unterhaltsame mit dem Ernsthaften verbanden, als sie den Hildegard Knef-Titel „Für Dich soll’s rote Rosen regnen“ interpretierten, den sie zu diesem Zweck textlich angepasst hatten, bestätigte dies eindrucksvoll.
Der Jahrgang bedankte sich anschließend bei allen GK und LK LehrerInnen mit einer Rose.
Es folgte die Ausgabe der Zeugnisse und die Überreichung einiger weiterer Auszeichnungen, u.a. für besonderes Engagement in der Schule (Conny Pretz und Anna Schwaderlapp), für besondere Leistungen in Physik (Jacqueline Hammer) und Chemie und Biologie, für die Leitung einer GTS-AG Tanz (Lisa Meurer und Alisa Pietzker) und für die Leitung der Cheerleader-AG (Laura Wagner).
Dann überreichte Sr. Anneclaire, unterstützt von den drei StammkursleiterInnen die Abiturzeugnisse, von denen immerhin elf eine eins vor dem Komma tragen und eines zusätzlich sogar eine Null dahinter!
Nach der Feier in der Aula war in Urbar der Bürgersaal nicht nur schön gedeckt, sondern es war auch für alle ein leckeres Essen bereitet. Die Stammkurse bedankten sich noch einmal recht herzlich bei den Stammkursleiteirnnen und überreichten Geschenke. Die Schulleitung überreichte den Abiturientinnen als kleines Andenken noch ein mit dem Logo der Schule und dem Jahr 2010 verziertes Glas. Der Abend endete in zwangloser Atmosphäre mit Freunden, Familie und LehrerInnen.
Die Redaktion wünscht den Abiturientinnen an dieser Stelle Gottes Segen, dass sie Spuren hinterlassen, denen andere folgen können und freut sich über Einträge im Gästebuch … P.S. Achten Sie einmal auf die Identifikationsnummer, die dieser Artikel vom System zugewiesen bekommen hat und auf die wir keinen Einfluss haben… Sie finden Sie oben in Ihrer Browserzeile…
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