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Klassen 10a/b in Hadamar am 14. Januar 2010 · 25.01.10

Nachdem wir uns im Geschichts- und Religionsunterricht mit dem Thema „Euthanasie im Dritten Reich“ beschäftigt hatten, fuhren wir mit dem Bus zur Gedenkstätte Hadamar.
Zuerst hörten wir in zwei Gruppen eine interessante Darbietung über die geschichtlichen Hintergründe des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten.
Danach wurde uns genau der Weg gezeigt, den die Euthanasieopfer gehen mussten.
Wir gingen in die Scheune, die als Garage für drei Busse mit geschwärzten Fenstern diente. Hier wurden die Menschen ausgeladen, damit sie nicht gesehen wurden und kein Verdacht entstehen konnte. Durch eine Schleuse begaben sie sich in den Auskleideraum. Weiter ging es in ein Ärztezimmer und einen Fotoraum. Die letzte Station war der Keller. Im Marsch gingen die Menschen eine schmale Treppe nach unten. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch gingen auch wir langsam Schritt für Schritt die Treppenstufen in den Keller. Zuerst kamen wir in die Gaskammer. Wir schauten sie uns genau an und konnten noch genau den Kalk von früher auf den Fliesen sehen. Einige von uns mussten erst einmal schlucken, als wir erklärt bekamen, was sich hier abspielte: In den Duschraum (14 m2) kamen ca. 80 Personen. Wer sich weigerte, wurde brutal hineingeschubst. Ein Arzt drehte den Gashahn auf und beobachtete durch ein Fenster den langen Todeskampf der Menschen. Den Leichen entfernte man die Goldzähne; manchen entnahm man auch das Gehirn zu Forschungszwecken, bevor im Krematorium die toten Körper verbrannt wurden.
Zum Abschluss gingen wir auf den Friedhof, wo die Opfer der zweiten Mordaktion in Massengräbern beigesetzt worden waren.
Unser Resultat war, dass der Besuch der Gedenkstätte sehr interessant und aufregend war. (Tamara Rust-Manzanares und Franziska Schmidt)

Schwester Verena und Dr. Helmling, die den Besuch der Gedenkstätte im Unterricht vorbereitet hatten, regten die Schülerinnen an, ihre Eindrücke in Tagebucheinträgen und Briefen aus verschiedenen Perspektiven festzuhalten oder ein Gebet zu schreiben oder ein Bild zu malen. Die tiefsinnigen Beiträge der Schülerinnen zeigen, wie ernsthaft sich die Einzelnen mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Es folgt eine Auswahl.

Lieber Gott, ich bete für alle, die ihr Leben durch Hitler lassen mussten. Dies ist ein grausames Vorgehen, das nie wieder geschehen soll. Ich bete für alle, die das miterleben mussten und betroffen waren. Lass so etwas nie wieder geschehen. Amen.

Lieber Gott, warum lässt du so etwas Schlimmes zu? Wir sind so schon mit unserer Kraft am Ende und dann kommen noch solch schreckliche Personen, die uns vergasen! Warum? Hilf uns bitte und erhöre unser Gebet. Habe Erbarmen mit uns. Amen.

Lieber Gott, warum mussten so viele unschuldige Menschen sterben? Wie konntest du so etwas zulassen? Hilf uns, fair gegenüber anderen Menschen zu sein, damit so etwas nie wieder passiert. Oft fällt es uns schwer, die anderen so anzunehmen, wie sie sind. Das Beispiel Hadamar kann uns zeigen, wie es enden kann, wenn wir einander nicht annehmen. Lieber Gott, ich wünsche mir, dass kein Mensch so etwas noch einmal erleben muss. Amen.

Lieber Gott, hilf uns, mit den Informationen über unsere Vergangenheit verantwortungsbewusst umzugehen…

 



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